BMW G 310 R_019_OL

Mit der BMW G 310 R durch L. A.

Ankunft in L. A. Die Akklimatisierung startet kosmopolitisch. Um den Presseeventcharakter aufzulockern, hat BMW uns für die Zeit zwei Hosts, respektive Guides zur Seite gestellt. Der erste im Bunde ist Ryan, der unter dem Namen ThankYouX seit einigen Jahren die hiesige Kunstszene aufmischt. Als anfänglicher Street-Artist, dessen Werke nicht nur von Warhol inspiriert sind, den Ryan als größten Einfluss aufzählt, sondern auch von Kollegen wie Pose und DabsMyla, ebenso Banksy und dem einschlägig bekannten Jackson Pollock, hat er sich mit repetitiven Motiven, Stencils und Action-Painting-angelehnten Bildern bis in die Fine-Art-Galerien gemalt. Dass die Stadt in einem Auto die Hölle ist, weiß auch Ryan, während wir mit ihm durch den Kiez des Sunset Boulevards schlendern und er von seiner zweiten Liebe erzählt: Motorradfahren, was er als Katharsis versteht.

Und als wir noch in seinem Atelier verweilen und nicht wissen, wo wir zuerst hingucken sollen, stößt Anya hinzu, die mit ihrem Label Atwyld Motorrad und Mode kongenial in Einklang bringt. Bevor wir viele Worte verlieren, möchte die uns zur Verfügung gestellte BMW G 310 R in der Metropole ausgiebig getestet werden. Denn nicht nur Anya juckt es in den Fingern.

BMW G 310 R

L. A. zeigt sich Mitte Dezember von seiner besten Seite. Mild, trocken und verstopft. Gerade der dichte Verkehr ist eines der Reviere, in dem die G 310 R ihre Trümpfe locker aus dem Ärmel zieht. Im zähen Stop & Go raus aus Hollywood wechseln wir mit ihr flink die Spur und schlängeln uns mühelos durch die Autokolonnen voran. Einzige ernst zu nehmende Gefahr: ein Tête-à-Tête mit den Bullbars der vielen Pickups um uns herum.

Das Design der neuen Kleinen aus dem Hause BMW ist unverkennbar an der großen Schwester S 1000 R angelehnt und kaschiert gekonnt, dass hier nur 313 Kubik zu Werke gehen. Die Farbgebung ist sehr bayerisch – die Formensprache weltgewandt. Ein Kompromiss, der den Bedürfnissen der internationalen Märkte, für die die G 310 R vorwiegend erdacht wurde, gerecht wird.

Um schneller aus der Stadt rauszukommen, fahren wir ein Stück Interstate gen Westen. Hier kann das BMW-Nesthäkchen zeigen, dass sie auch fünfspurig kann. Der Motor läuft ab 3.000 Umdrehungen rund und ist für einen Einzylinder erstaunlich vibrationsarm. Erst bei 10.500 U/min ist Schluss und dann stehen im 6. Gang stolze 145 km/h Spitze auf dem Tacho. Ein paar Meilen weiter westwärts fahren wir Richtung Topanga ab und stürzen uns in die vielen Kehren und langgezogenen Kurven des Hinterlands rund um L. A., die mit der kleinen Bayerin sehr viel Spaß machen. Vor allem weil sie so einfach zu fahren ist und den Piloten nicht überfordert.

BMW G 310 R

Wir halten Kurs auf die Santa Monica Mountains und fahren nach kurzer Cola-Pause im legendären Rock Store Café auf die noch legendärere Snake. Ein circa vier Kilometer langes Kurvengeschlängel, berühmt-berüchtigt dank der sturzträchtigen letzten Kehre: der Edwards Corner. Die G 310 R zeigt hier, aus welchem Hause sie kommt. Zumindest in welchem sie erdacht und designt wurde. Produziert wird sie komplett in Indien von TVS Motor Company. Sie liegt für ihr geringes Gewicht von knapp 160 kg satt in der Kurve und überzeugt durch ihr agiles Fahrverhalten und eine leichte Handhabung. Trotz der überschaubaren Leistung von 34 PS kann sich der Antritt sehen lassen und reicht aus, um in der Snake flott unterwegs zu sein.

„It’s more fun to ride a slow motorcycle fast, than a fast motorcycle slow.“

BMW G 310 R

Nach der Snake geht’s kurvig weiter Richtung Malibu Beach. Beim Lunch-Stop ist Zeit für ein paar Gespräche.

Anya Violet saß bereits mit sieben Jahren auf einem Motorrad. Nach ihrem Abschluss studierte sie Modedesign, seit dem Sommer 2016 verbindet sie mit ihrem Modelabel Atwyld ihre beiden Leidenschaften und füllt die Lücke zwischen Style und Komfort für motorradbegeisterte Frauen. Mit femininen Schnitten, die den Moment inmitten Ehrfurcht und totaler Begeisterung würdigt, der für Anya Motorradfahren bedeutet.

Übrigens will BMW es bis 2020 schaffen 200.000 Motorräder weltweit zu verkaufen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein Motorrad im großen Markt der kleineren Hubräume natürlich sehr hilfreich. Die anvisierten Käufer der G 310 R leben insbesondere in den „emerging markets“. Der Einstiegspreis von 4.750 Euro ist für europäische Verhältnisse niedrig, für asiatische oder südamerikanische ist das schon eher gehobene Mittelklasse – und die will BMW in diesen Ländern nun auch bedienen. Aber auch als Stadt- und Alltagsmotorrad wird sie in Europa ihre Fans finden, denn alles Wesentliche lässt sich mit ihr schnell, gut und günstig erledigen.

Der Ride endet, wie er angefangen hat. Wir surfen mit breitem Grinsen die Rush-Hour-Welle zurück nach Hollywood. Vorbei an den stehenden Blechwürsten. Rein ins La La Land. Beim Sunset auf dem Mulholland Drive mit Blick auf die unter uns liegende Stadt halten wir kurz inne und stellen fest: Es gibt gerade nichts Besseres, als mit der G 310 R durch diese Stadt zu flitzen.

Text: Christoph Blumberg

Bilder und Videos: BMW Motorrad

Teilen:

NEWSLETTER

IMPRESSUM | © 2017 CRAFTRAD