Bad Winners – Suzuki GN 027

Fünfte Stunde Fahrschule, Praxis, kleiner Motorradführerschein. Die theoretische Prüfung gerade so bestanden und nach ein paar Aufwärmeinheiten auf der Landstraße jetzt endlich Autobahn. Unter Vollgas verrichtet die Suzi unter ächzen ihr Soll. 110 Kilometer in der Stunde sind mit fast 16. Jahren ein echter Rausch. Am Ende der Übung knistert der Einzylinder in der Abendsonne und die Beine hören nicht mehr auf zu tippeln. 125 ccm nur für den Einstieg? Entgegen der mehrheitlichen Tendenz großvolumige Motorräder zu liften, haben Bad Winners aus Paris das Potential der GN 125 erkannt und sie nach geltendem Custom-Regeln umgebaut. Das Ergebnis ist eine echte Alternative für die Stadt.

Klar, mit Erwerb des großen Scheins ist die erste Motorradliebe auf Jahre vergessen. Viel attraktiver wirken Modelle mit 1.000 ccm und mehr – sie verheißen Glück auf allen Ebenen. 125er fallen raus. Zu klein, zu unscheinbar und irgendwie auch nicht angesehen. Wer aber in der City flexibel unterwegs und dabei nicht auf einen Roller zurückgreifen will, steht vor einem echten Problem. Genau in diese Nische springt die GN 125 Serie von Bad Winners. Auf Basis der Suzuki entstehen verlässliche Alltagsmaschinen, die an der Ampel und auf dem Stadtring mithalten und dabei in Sachen Styling keine Abstriche machen. Was man bekommt ist ein durch und durch stabiles Produkt, technisch wie optisch. Der Motor ist generalüberholt und pulverbeschichtet; unnötige Kabelage ist entfernt und mit Steuergerät und Lenkertaster von Motogadget auf den aktuellen stand der Technik gehoben. Ein schöner Lack auf dem Tank und der aufgepolsterte Ledersitz beweisen, welche Wirkung solides Handwerk haben kann.

Die GNs sind keine PS-Monster und auch keine Revolution im Motorradkosmos, sondern einfach gut gebaute 125er im gegenwärtigen Custom-Dress. Mit FSK über 18.

Text: Henry Kerinnes
Fotos Guillaume Petranto

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