Motorrad
February 4, 2018

Chasing 200 MPH

Auf der Jagd nach dem schnellsten, historischen Motorrad

Alp Sungurtekin von Alp Racing Design ist sowas wie der Burt Monroe der Jetztzeit. Auch er will bei der Bonneville Speedweek Rekorde brechen und hat das bereits vielfach in der Vergangenheit getan. Seit 2011 wird er von Lowbrow Customs in seinen Plänen unterstützt. Dabei findet der gelernte Industriedesigner immer neue Wege, um seine Umbauten noch schneller zu machen. Doch statt moderne Motorräder zu tunen, interessiert sich Alp hauptsächlich für historische Bikes, wie seine pre-unit Triumph aus den 1950ern. Um mit einer solchen Maschine Rekorde zu brechen, braucht es Ideen und Lösungen, die nichts mit dem Einsatz moderner Bauteile zu tun haben. Hier ist Erfindungsreichtum wie vor 60 Jahren gefragt. Mit seiner Triumph strebt er das ambitionierte Ziel an, in der 650 Kubik-Klasse die 200 Meilen pro Stunde zu knacken. Auch wenn er den alten Rekord schon lange gebrochen hat und nun mit 175, 625 mph die Spitze anführt – die Jagd geht für ihn weiter. NBC News begleitet den sympathischen Mann aus Kalifornien bei einem seiner Versuche und dokumentiert auf spannende Weise ein kleines Stückchen Bonneville-Wahnsinn.

 

In einer Stadt, die nicht nur von einer extrem begrenzten Wohnraumsituation, sondern auch horrenden Mietpreisen geprägt ist, gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Bleibe zu einer wahren Odyssee. Nach gut zwei Jahren permanenter Ortswechsel, finden sie im Februar 2017 das richtige Objekt. Das Container Collectiv am Ostbahnhof hält einen alten Schiffscontainer bereit, der noch auf neue Mieter wartet. Hier, inmitten von Künstler-Ateliers Bars und Cafés, scheint endlich die richtige Umgebung für das kreative Schaffen am geliebten Zweirad gefunden. Der Platz in der neuen Werkstatt ist zwar extrem begrenzt und auch der komplette Neuaufbau einer Maschine für einen Kunden fordert ihnen einiges ab, dennoch schaffen es die Jungs ihren ersten Auftrag zufriedenstellend in die Tat umzusetzen.

Custom Passion

Kaum hat die hübsche SR 500 als Scrambler ihren Container verlassen, folgen auch schon die nächsten Projekte. Aktuell ist es eine Yamaha XS 1100, die sie zu einem leistungsstarken und dennoch  komfortablen Cruiser umgebaut haben – englisches Understatement á la Jaguar eben. Da darf eine Lackierung in British Racing Green natürlich nicht fehlen, ebenso Lenkerbänder aus Leder und der Tank einer amerikanischen XS 1100, der für eine schlankere Linie sorgt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich das Kollektiv an die Arbeit mit und für Kunden gewöhnt:

"Es ist interessant und auf eine andere Weise fordernd mit Ideen und der Inspiration des Kunden zu arbeiten und jedem Projekt zudem die eigene Handschrift zu verpassen."

Dabei ist für sie jeder Umbau ein echte Herzensangelegenheit. Mit ihrer Detailversessenheit versuchen sie Unikate zu schaffen, die ihren Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das mag zwar kitschig klingen, aber wer Wochen und Monate mit einer Maschine auf wenigen Quadratmetern in einem Container verbringt, der entwickelt einfach eine innige Bindung. So verwundert es kaum, dass ihnen so manch ein Abschied nicht ganz leicht fällt ‒ auch wenn das breite Grinsen zufriedener Auftraggeber für alle Mühen entlohnt.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
February 4, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
Fotos: 
Derek Althen
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