Reise
January 1, 2018

Motorradreise quer durch Namibia

Off (road) we go!

Beim einzigen BMW-Standpunkt in Namibia ist nichts fertig. Aber Stephen und Dieter sind klasse, machen Überstunden und am frühen Abend sind die Maschinen für uns bereit. Louise dreht eine erste Testrunde auf dem Parkplatz, nach zehn Metern liegt die brandneue F800GS auf dem Boden. Die Dinger sind trotz des tiefen Sattels verdammt hoch, wenn man nur 1,62 m groß ist. Wir fahren schwer beladen vom Hof, die Jungs begleiten uns zu unserem Hostel in Windhoek, der Hauptstadt Namibias, und wir fallen wie tot ins Bett.

Am nächsten Morgen starten wir nach einem Pfannkuchenfrühstück in Richtung Namib Desert. Mit einer Karte finden wir relativ einfach unseren Weg, auf dem nach 20 Kilometern der Asphalt endet. Die Piste beginnt, und wir sind mitten in unserem Abenteuer angekommen. Für Laura ist es das erste Mal ohne festen Boden unter den Reifen. Den Motorrädern machen die schlechten Pisten gar nichts aus. Alles wird weggefedert und nach wenigen Kilometern haben sich alle an den Schotter gewöhnt. Nur muss man aufpassen, denn die Affen laufen kreuz und quer und ab und zu stellt sich auch ein Kudu in den Weg. Dazu wunderbare Landschaft. Welcome to Africa!

Bei den ganzen Emotionen heute Morgen haben wir allerdings vergessen einzukaufen. Obwohl wir drüber geredet hatten und man uns gewarnt hatte. Nicht einen Tropfen Wasser und es ist 32 Grad warm. Echte Profis. Namibia ist eines der am wenigsten besiedelten Länder der Welt mit seinen 2,5 Millionen Einwohnern. 300 Kilometer ohne Laden, Tankstelle oder Menschen sind hier deshalb keine Seltenheit. Zum Glück haben wir voll getankt. Irgendwann kommen wir in Solitude (ja, wirklich) an. Der Ort besteht aus einer Tankstelle, einem Restaurant und einem kleinen Laden. Ansonsten nur verrostete Autos aus dem letzten Jahrhundert, Sand und ganz viel Nichts drumherum. Mittagessen und ganz viel trinken wird nachgeholt und wir kaufen ein, was der Laden hergibt: Nudeln, eine Zwiebel und ein paar Tomaten, Eier und auch ausreichend Wasser. Alles wird irgendwie festgezurrt und weiter geht’s. Die Steppe wird steiniger, wüstiger mit einigen Sanddünen. Nichts, so weit das Auge reicht. 

Gegen 17 Uhr beschließen wir, einen Platz zum Übernachten zu suchen. Nicht ganz legal, aber weit abseits der Piste finden wir in einem trockenen Flussbett einen Platz fürs Zelt. Bei untergehender Sonne kochen wir. Die Luft ist wie Samt und wir genießen unsere erste Nacht im Freien beim Gesang der Bellgeckos und im Licht des Vollmonds, der über den Bergen im Osten aufgeht. Eine Szene wie im Bilderbuch. 

Die Nacht ist frisch und morgens muss man sich warm anziehen. Den Rest Nudeln gibt es mit Ei zum Frühstück, weiter geht es Richtung Sossusvlei zu den unglaublichen Dünen. Leider auch zu den Touristen. Ein österreichisches Pärchen nimmt uns mit in den Nationalpark, der für Motorräder verboten ist. Als wir abends zurückkehren, ist der Zeltplatz voll, aber wir dürfen unsere Zelte auf der Tankstelle aufbauen. Rechtzeitiges Erscheinen sichert gute Plätze … Wir lernen.

Wir planen unsere Route neu. Fish River Canyon schaffen wir nicht. Auf den Schotterpisten kommen wir nicht schnell genug voran. Unser nächster Stopp wird Aus, eine winzige Siedlung, und selbst das stellt sich bald als völlig unrealistisch und viel zu weit heraus. Mittagessen in Betta: Nach vier Stunden schlechter Piste haben wir erst ein Drittel unseres Tagespensums geschafft und in vier Stunden wird es wieder dunkel. Wir freuen uns schon auf Aus und seine Wüstenlandschaft mit Wildpferden, die fünf Tage ohne Wasser überleben können. Es sind die Nachkommen der kaiserlichen Kavalleriepferde aus dem 19. Jahrhundert. Louise kauft in Betta ein Oryx-Geweih mit Kopf, das zu ihrem Gepäck aufgeschnallt wird.

Alles über ihre Fahrt mit Pink Floyd in den Ohren zum Stamm der Himba und warum sie dem Oryx-Geweih adieu sagen müssen, kannst du in Craftrad N°2 nachlesen. Die Ausgabe kannst du hier bestellen

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
January 1, 2018
Autor: 
Redaktion
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