Motorrad
June 14, 2017

Dainese Grand Opening – Berlin

Wir sprachen mit Cristiano Silei, CEO bei Dainese, über ambitionierte Lederkombis und den neuen Laden in Berlin.

CR: Signore Silei, bevor wir über den neuen Dainese Store und die Marke selbst sprechen: Was bedeutet Motorradfahren für Sie? Wie die meisten Italiener habe ich mit 16 Jahren das erste Moped gekauft. Ich konnte wann immer ich wollte überall hinfahren. 1996 habe ich dann angefangen für Ducati zu arbeiten. Und bis heute beschäftige ich mich mit der Thematik, also beinahe meine gesamte Karriere. Motorradfahren ist ein essentieller Bestandteil meines Lebens. 

CR: Was kann ein Kunde erwarten und erleben, wenn er oder sie den Dainese Store besucht? Wir haben eine menge Arbeit in das Konzept dieses Ladens gesteckt. Dainese bietet von Kopf bis Fuß alles, was man sich wünschen kann. Vom Helm bis zum Stiefel. Da kommt eine Menge zusammen, beinahe zu viel. Die Idee war es den Laden mit einer klaren Einteilung übersichtlich zu halten. Links das Thema Touring, rechts die Abteilung Racing und in der Mitte den sogenannte Raum im Raum für Sonderkollektionen. 

CR: Welche Rolle spielt Berlin im Vergleich zu anderen Standorten? Berlin ist ein Ort mit bedeutender Außenwirkung. Die Stadt steht für Fortschritt und bildet international die kulturelle Avantgarde. Die Fähigkeit Sachen neu zu denken findet man hier und genau da liegt die Schnittmenge mit Dainese – bei uns dreht sich alles um Innovation. 

CR: In diesem Jahr feiert das Unternehmen 45 Jahre Jubiläum. In der Anfangszeit begann sich der Motorradmarkt langsam wieder zu erholen und neue Dynamik zu entwickeln. Was waren die Schlüsselideen der Firma; wie wollte man zum Aufschwung beitragen? Der Gründer Lino Dainese ist ein außergewöhnliches Individuum und kreativer Geist, der schöne Dinge verehrt. Als junger Kerl tourte er mit seiner Vespa nach England und stellte beim Reisen fest, dass er im Verkehr kaum wahrgenommen wird. Das wollte er ändern und insbesondere die Sicherheit lag ihm am Herzen. Seit dem sind immer mehr Komponenten dazu gekommen, die das Risiko des Motorradfahrens minimieren, wie der Rückenprotektor und der Airbag. Dabei sollte das Design aber nicht vergessen werden. Zuvor dominierte eine Farbe die Motorradbekleidung: schwarz. Die Idee Lederkombis und andere Elemente zu kolorieren hatte nicht nur den Effekt der besseren Sichtbarkeit, sondern trug ganz allgemein zur Popularisierung des Motorrads bei. 

         

CR: Innovation nimmt im Unternehmen eine Schlüsselposition ein. Die bislang spektakulärste Neuerung war das Airbag-System D-Air©, das in die Lederkombi integriert ist. Wo sehen Sie weiteres Potenzial für neue technische Standards? Da gibt es viele Möglichkeiten. Wir forschen kontinuierlich an neuer Technologie und loten die Grenzen des Machbaren aus. Gerade ist der französische Astronaut Thomas Pesquet von seiner Mission auf der ISS zurückgekehrt. In Zusammenarbeit mit der ESA haben wir einen Anzug entwickelt, der im All Schwerkraft simuliert, Muskelabbau reduziert und somit das Risiko von späteren Rückenbeschwerden verringert. Diese Kooperationen sorgen für neuen Input und wir hoffen mit einer breit aufgestellten Forschung auch neue Technologien für unsere Motorradbekleidungssparte verwenden zu können. 

CR: Erst kürzlich wurde das Unternehmen mit drei Red Dot Design Awards ausgezeichnet. Gibt es eine Formel für diesen Erfolg? Wir haben eine Design-Philosophie, der wir folgen: Italian Progressive. Dabei spielt die Tradition Italiens in der Kunst sicherlich eine nicht zu unterschätzende Rolle, denkt man nur an die Renaissance. Es geht also um Ästhetik, es geht um Eleganz und um Authentizität. Wir produzieren keine bloßen Dinge, oder dekorieren einfach. Wenn etwas nicht da sein muss, ist es auch nicht da. Beim designen von komplexen, technologischen Produkten setzen wir auf die genannten Elemente und verbinden sie mit einem italienischen Ansatz. 

CR: Es gibt also keine Hierarchisierung zwischen Form und Funktion. Beides steht auf dem selben Level? Es gibt bei uns eine Maxime die besagt form highlights function. Allgemein heißt der Leitsatz form follows function, aber wir machen das anders. Die Qualität der Verarbeitung und das verwendete Material tragen zum Design bei. -

CR: Am Ende noch die Gretchenfrage: Wie nah ist Dainese am Entwurf des perfekten Schutzanzugs? Perfektion ist ein Ideal. Niemand wird diesen Status jemals erreichen, aber wir streben danach und das macht den Unterschied. In unserer Vorstellung sind wir die ersten, die Exoskelette im Motorradbereich anbieten werden und somit einen noch kompletteren Schutz des Fahrers ermöglichen. Wichtig ist also die Vision, die Neues möglich werden lässt.  

Mehr Informationen über die Marke findet ihr auf dainese.com.

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Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
June 14, 2017
Autor: 
Henry Kerinnes
Fotos: 
Dainese
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