Motorrad
October 29, 2015

Elektro auf der Straße

Mit dem Thema Elektrobikes tun sich viele immernoch schwer. Zum einen, weil die Leistung auf Distanz bisher überschaubar sei, zum anderen weil sie das, was ein Motorrad irgendwie doch ausmache – der Benzinmotor – ersetzen und damit nicht an das Ethos der lauten und stinkenden Kräder herankommen. Und selbst wenn das alles einigermaßen passen würde, so sind sie für die meisten vor allem eins: sehr teuer.

 

Nun bringt das belgische Traditionsunternehmen Saroléa das E-Superbike Manx 7 auf den Markt – ein Bike, dass auch für Straßen zugelassen ist. Angelehnt an die SP7, die die letzten beiden Jahre bei der TT Zero antrat und den Rundkurs immerhin mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 170km/h bewältigte (auch wenn sie’s nicht aufs Treppchen schaffte; Schnellste war dieses Jahr die Shinden San mit knapp 192 km/h). Wie leistungsstark die Manx 7 sein wird, ist noch nicht bekannt, Gerüchten zufolge soll sie an die 150 PS haben. Der Rahmen besteht komplett aus Karbonfaser und die Reifen liefert Bridgestone mit den neuen RS10.

 Für die Manx 7 hat sich Saroléa 2014 mit Bridgestone zusammmengetan. Beide Firmen haben sich der Umweltschonung und Nachhaltigkeit verschrieben. So hat Bridgestone einen Reifen entwickelt, der nahezu ganz aus Naturkautschuk besteht.

Saroléa plant, weitere akkubetriebene Hochleistungsbikes mit Straßenzulassung in limitierter Auflage auf den Markt zu bringen. Das ist der Schritt in die richtige Richtung, auch wenn die Frage offen steht, wie lange es brauchen wird, bis E-Bikes wirklich angenommen werden.

In einer Stadt, die nicht nur von einer extrem begrenzten Wohnraumsituation, sondern auch horrenden Mietpreisen geprägt ist, gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Bleibe zu einer wahren Odyssee. Nach gut zwei Jahren permanenter Ortswechsel, finden sie im Februar 2017 das richtige Objekt. Das Container Collectiv am Ostbahnhof hält einen alten Schiffscontainer bereit, der noch auf neue Mieter wartet. Hier, inmitten von Künstler-Ateliers Bars und Cafés, scheint endlich die richtige Umgebung für das kreative Schaffen am geliebten Zweirad gefunden. Der Platz in der neuen Werkstatt ist zwar extrem begrenzt und auch der komplette Neuaufbau einer Maschine für einen Kunden fordert ihnen einiges ab, dennoch schaffen es die Jungs ihren ersten Auftrag zufriedenstellend in die Tat umzusetzen.

Custom Passion

Kaum hat die hübsche SR 500 als Scrambler ihren Container verlassen, folgen auch schon die nächsten Projekte. Aktuell ist es eine Yamaha XS 1100, die sie zu einem leistungsstarken und dennoch  komfortablen Cruiser umgebaut haben – englisches Understatement á la Jaguar eben. Da darf eine Lackierung in British Racing Green natürlich nicht fehlen, ebenso Lenkerbänder aus Leder und der Tank einer amerikanischen XS 1100, der für eine schlankere Linie sorgt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich das Kollektiv an die Arbeit mit und für Kunden gewöhnt:

"Es ist interessant und auf eine andere Weise fordernd mit Ideen und der Inspiration des Kunden zu arbeiten und jedem Projekt zudem die eigene Handschrift zu verpassen."

Dabei ist für sie jeder Umbau ein echte Herzensangelegenheit. Mit ihrer Detailversessenheit versuchen sie Unikate zu schaffen, die ihren Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das mag zwar kitschig klingen, aber wer Wochen und Monate mit einer Maschine auf wenigen Quadratmetern in einem Container verbringt, der entwickelt einfach eine innige Bindung. So verwundert es kaum, dass ihnen so manch ein Abschied nicht ganz leicht fällt ‒ auch wenn das breite Grinsen zufriedener Auftraggeber für alle Mühen entlohnt.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
October 29, 2015
Autor: 
Redaktion
Fotos: 
Saroléa
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