Motorrad
January 27, 2016

Es war einmal in Almeria

Während auch die hartgesottensten Biker letztlich bei Minusgraden den Bus nehmen mussten, durften wir uns zu Jahresbeginn in Spanien beim Presseevent von Nolan, Metzeler, Touratech und Bike Promotion die Sonne ins Gesicht scheinen lassen. Auf der Rennstrecke, verschlungenen Küstenstraßen und steinigen Offroad-Trails testeten wir vom Helm bis zum Reifen alles, was die neuen Kataloge der federführenden Unternehmen hergeben.

Rennstrecke

Auf der Rennstrecke „Circuito De Almeria“ tauschten wir Lederjacken gegen Rennkombis und konnten mit einer BMW S 1000 RR die Racetec RR-Reifen von Metzeler höchstselbst testen. Neben dem richtigen Equipment, bekamen wir professionelle Unterstützung von der ehemaligen Rennfahrerin Katja Poensgen, die als einzige Frau in der 250-cm³-Klasse der Moto GP Punkte einfahren konnte. Für den richtigen Durchblick und die nötige Sicherheit gab’s für jeden Teilnehmer einen Race-Replica-Helm X-802RR der Edelmarke X-Lite: Den Racing-Integralhelm gibt es in einfacher und Ultra-Carbon-Ausführung, bei der die ultraleichte Kohlefaser-Außenschale einen Gewichtsvorteil von 80 bis 100 Gramm bewirkt. Der Helm ist von innen mit ”Carbon Fitting“ sowie einem speziellen Belüftungssystem ausgestattet. Also nicht nur bequem, sondern auch hilfreich, um bei den hohen Geschwindigkeiten einen kühlen Kopf zu bewahren. Und den hatten wir durchaus nötig: Katja gab auf der Strecke die Pace vor und zeigte uns Frischlingen schon nach der ersten Kurve, wer die Hosen anhat. Als wir nach den ersten Einfahrrunden das Tempo weiter anzogen, gingen bei uns schon die ersten Warnlichter an. Da mal verschaltet, hier mal ein kleiner Verbremser und plötzlich kam das Kiesbett schon mal gefährlich nahe. Also erstmal Grundlagenarbeit. In den nächsten Runden hieß es dann: später bremsen, früher rausbeschleunigen, mehr mit dem Körper arbeiten und den Hintern im Wechsel mal links, mal rechts über Bord schmeißen. Der X-802RR konnte auf jeden Fall halten, was er verspricht. Während wir bereits nach wenigen Runden in unseren Kombis badeten, war der Helm extrem angenehm zu tragen, sehr leise und lag gut im Wind.

PresseEventAlmeria-14

Auch die Racetec RR von Metzeler machten Runde um Runde eine gute Figur.  Konzipiert für Hobby- und semiprofessionelle Rennfahrer waren die Reifen für uns genau die richtigen Begleiter und sorgten für reichlich Grip und gute Rückmeldung. Für alle aus dem Team, die schon etwas mehr Rennstrecken-Erfahrung hatten, gab’s die neuen Racetec RR Slick Reifen, die laut Benzintalk zwischen den Turns eine konstant hohe  Performance abliefern konnten. Und das bei der hohen Laufleistung, die durch den permanenten Fahrerwechsel entstand. Dank des großen Temperaturfensters des Materials, zeigten die Reifen auch nach mehreren Stunden keine negativen Veränderungen im Leistungsniveau. Im Verlaufe des Rennstreckentages gesellte sich noch Max Neukirchner zu uns und erteilte exklusiven Einzelunterricht. Runde um Runde schraubten wir die Geschwindigkeit nach oben, bis wir zwischenzeitlich selbst die Pace vorgaben, damit sich die Instruktoren unsere Bemühungen auch mal von hinten ansehen konnten. „War das hinter der Kuppe ‘ne Links- oder ‘ne Rechtskurve? Wo war noch mal der Bremspunkt?“ Nach kurzer Zeit zog einer der Instruktoren wieder mühelos an uns vorbei und übernahm die Führung. Nicht gerade der ultimative Ego-Boost, aber unsere Lehrer waren insgesamt sehr gnädig mit uns – anders als der Teilzeit-Kaffeeimporteur Dario Giuseppetti, der auch gerne mit einem Wheelie bei 250 km/h an allen vorbeizog. O-Ton aller Beteiligten:

„Da gibst du alles auf der Geraden, machst dich so klein, wie es nur geht, ziehst die Gänge bis es im Cockpit blinkt wie in der Disco und dann zieht Dario einfach auf dem Hinterrad an dir vorbei.“

Die Zeit verging wie im Flug und bei einem herrlichen Sonnenuntergang zogen wir unsere letzten Runden. Keine üblen Crashs oder gefährlichen Stürze, dafür jede Menge Fahrspaß mit super Ausrüstung – definitiv ein gelungener Auftakt für das gesamte Event.

Gegen Mittag zerrten heftige Böen an unseren Motorrädern und drängten uns immer wieder an den Straßenrand. Da kam die Pause in einem nahegelegenen Küstenort gerade richtig. Zudem wurden für uns reichhaltige spanische Tapas aus der Region, mit so ziemlich allen Meeresfrüchten der lokalen Gewässer, aufgetischt. Nach dieser Stärkung konnte uns auch der Wind nichts mehr anhaben und wir setzten unsere Tour fort. Auf schmalen Bergpässen zwangen wir die Motoren auf Hochtouren. Aber auch die SPORTEC Klassik-Reifen von Metzeler mussten sich dem Härtetest unterziehen lassen: sandige Küstenstraßen, engste Kurven, bergauf, bergab. Credo: maximaler Fahrspaß durch gleichmäßige Kontaktfläche.  Highlight des Tages war definitiv das abendliche Strand-Barbecue in einer abgelegenen Bucht, inklusive spektakulärem Sonnenuntergang, Lagerfeuer und Gesangseinlage von Rocksänger Jimmy Cornett. Wir geben zu, das mag sich vielleicht ein wenig nach filmreifem Hippie-Klischee anhören, doch warum sollte man nicht auch mal ein bisschen klassische Motorrad-Romantik zelebrieren? Während einige nach dem Essen ihr Hotelbett vorzogen, verbrachten wir nach diversen Flaschen Cruzcampo auch die Nacht am Strand.

Caféracer-Tour

Gemütlicher ging’s dann bei der Caféracer-Tour entlang der Küste zu. Der Ritt auf der Rennstrecke hatte bei einigen von uns doch Spuren in Form eines ordentlichen Muskelkaters hinterlassen. Daher war es kein Wunder, dass sich der ein oder andere noch etwas behäbig auf eine der sauber am Pool aufgereihten BMW R nine T's schwang. Wir durften uns zudem stilecht mit einer Moto Guzzi V7 und einer Triumph Thruxton aus dem privaten Fuhrpark des Nolan-Teams auf Caféracer-Tour begeben. Von Nolan wurden wir mit der aktuellen Jethelm-Serie X-201 ausgestattet und erkundeten die verschlungenen Landstraßen Andalusiens. Die Außenschalen der Helme sind aus „Composite Fibre“-Verbundwerkstoff hergestellt, einer Kombination aus Carbon-, KevlarR- und Glasfasern. Das ist nicht nur extrem widerstandsfähig, sondern sieht auch noch sehr edel aus.

Enduro-Trip

Sportlicher sollte es dann wieder am letzten Tag zugehen. Touratech lud ein, ihre neuesten Produkte standesgemäß in der südspanischen Peripherie zu testen. Um den ausgetrockneten Flussbetten, tiefen Sandpisten und steinigen Schotterwegen Herr zu werden, wurden wir mit der F800GS und der 1200GS aus dem Hause BMW ausgestattet. Auch die neue Africa Twin sowie die Triumph Tiger kamen zum Einsatz und wurden auf Herz und Nieren geprüft.

Zugegebenermaßen kamen wir Fahrer schneller ans Limit als die Maschinen. Die erfahrenen Touratech-Instruktoren hielten es nicht für nötig, uns Offroad-Laien eine Einführung ins Enduro-Fahren zu geben, sondern dachten sich „Learning by doing“ – oder vielmehr: „Was einen nicht umbringt, macht einen stärker.“ So ging es direkt mit der schwersten Etappe los: ein Kilometer Sandpiste – hört sich unspektakulär an, sollte sich aber als schweißtreibende Angelegenheit herausstellen. Nicht zuletzt, weil wir in regelmäßigen Abständen die fast 300 kg schweren Maschinen aus dem Sand hieven mussten. Alle 400 Meter Trinkpause, eine Klamotten-Schicht ausziehen, weiter ging’s.

Diesmal stellte uns Nolan die N53-Serie – glücklicherweise. Das „Clima-Comfort“-Innenfutter sowie Belüftungsöffnungen am hinteren Helmbereich sorgten für einen angenehmen Zug im Nacken. Auch das aggressive Design des Helms, der in 19 unterschiedlichen Farb- und Designvarianten im Fachhandel erhältlich sein wird, kann sich sehen lassen.

Nach der ersten Etappe ging es auf einfacher zu befahrende Schotterpisten in die Berge rund um Mojacar. Mit den aus der ersten Etappe erlernten Fähigkeiten war der Anstieg auf einen nahegelegenen 1000-Meter-Berg keine wirkliche Herausforderung mehr. Doch das Panorama dort oben sucht seinesgleichen. Der Gipfel diente zugleich als Schauplatz für Touratech, um ihre neuesten Produkte vorzustellen. Und die sollen es in sich haben, funktionell und preislich.

Im Mittelpunkt der Präsentation stand der Tourenanzug COMPAÑERO World2, der eine konsequente Weiterentwicklung des Vorgängermodells COMPAÑERO Worldwide ist: Feinjustierung an konzeptionellen Details sowie neue Materialien in einigen Bereichen sollen den Anzug in puncto Funktionalität und Komfort weiter optimieren. Der Kerngedanke des Anzugs bleibt dabei unverändert: Der wasserdichte und atmungsaktive All Weather Add wird bei schlechtem Wetter als äußerste Schicht über dem luftigen Innenanzug („Summer“), in den die Protektoren integriert sind, getragen. Dabei eignet sich die Außenjacke auch bestens (wenn auch nicht auf die modischste Weise) als Freizeitjacke. Wie sich der mit 1.900 € nicht ganz preiswerte Anzug trägt und fährt, konnten wir nicht testen. Aber dass er ein mehr als solider Begleiter für Enduro-Reisen ist, konnten wir ohne Zweifel feststellen.

Völliges Neuland betritt Touratech mit einem eigenen Tourenstiefel, dem DESTINO Adventure. Schon der Name drückt aus, wo die Reise hingeht: Ziel ist das Abenteuer. Der Anspruch des Stiefels ist es, ein möglichst breites Einsatzspektrum abzudecken: Er ist Touren- und Endurostiefel, sportlicher Motorradstiefel und Freizeitschuh in einem. Der Fokus bei der Entwicklung des Schuhs lag darauf, den Bedürfnissen des Fahrers in den unterschiedlichsten Situationen gerecht zu werden. Aber Freizeitschuh? Der Innenschuh ist nicht einfach Teil des Stiefels, er kann laut Touratech als vollwertiger Schuh separat getragen werden. Mit dieser Lösung setzt Touratech das Konzept fort, das schon beim Tourenanzug für Begeisterung sorgte: Komponenten der Fahrerausstattung können als hochfunktionale Outdoorbekleidung genutzt werden.

Unserer Meinung nach ist das Konzept der Hersteller, ein gemeinsames Presseevent zu veranstalten, definitiv aufgegangen. So kamen wir in den Genuss gleich zu Jahresbeginn durch die spanische Sonne zu fahren und alle Produkte ausgiebig im Einsatz zu testen. Und bei Fragen standen uns die Ansprechpartner, abends bei einem kühlen Bier, Rede und Antwort. Für uns eine rundum gelungene Auftaktveranstaltung in das Jahr 2016.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
January 27, 2016
Autor: 
Redaktion
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