Custombikes
June 17, 2016

Ezechiel 21 The Sword – Ed Turner Motorcycles

“A sword is being sharpened and polished. It is sharpened for terrible slaughter and polished to flash like lightning! Now will you laugh? Those far stronger than you have fallen beneath its power! Yes, the sword is now being sharpened and polished; it is being prepared for the executioner.“

So steht es nicht nur im alttestamentarischen Buch Ezechiel, sondern auch auf dem Tank der neuesten Kreation von Ed Turner Motorcycles, die trotz des angelsächsischen Namens weder englische Muttersprachler sind, noch etwas mit dem Triumph Chef-Ingenieur von 1936 zu tun haben, sondern sich für ihren Namen eines simplen Wortspiels bedient haben: head-turner - und das sind ihre Umbauten allemal.

Dass man keine religiöse Überzeugung mit sich herumtragen muss, um sich mit dem christlichen Glauben, respektive deren ikonischer Bildgewalt, zu schmücken, ist kein Geheimnis. Sei es invertierte Pentagramme und umgedrehte Kreuze im rockmusikalischen Extremsport, oder Engelabbildungen und die Jungfrau Maria in Form von Tattoos auf den baumstammähnlichen Oberarmen einiger Anhänger von prominenten Motorradclubs, die zwar die "Auge um Auge"-Mentalität aus dem Buch Mose teilen, sonst aber wenige sakrale Ansichten teilen. Zuweilen dient es als tumbe Provokation, meist aber sind Bilder und Zitate einfach nur Bilder und Zitate, auf ihre bloße Wirkung heruntergebrochen und befreit von jeglichem Inhalt.

"Also, den Spruch bring ich jetzt schon seit Jahren. Und wer immer ihn gehört hat, wusste, es geht um seinen Arsch. Ich hab nie viel drüber nachgedacht, was er bedeutet. Ich fand einfach, das ist ein ziemlich cooler Spruch, den ich einem Wichser erzählen kann, bevor ich ihm eine Ladung Blei zwischen die Augen schicke." so Jules aus Pulp Fiction, bevor er zu seiner finalen Exegese der zusammengestückelten Bibelverse kommt. Letzteres trifft auch auf die Tankverzierung des Bikes der französischen Custombude zu, deren Visionen durch das begrenzte Budget nicht alle umgesetzt werden konnten. So blieb die Vorderradfelge erhalten - auch, weil diese perfekt zur Hondagabel passt.

Mit der erfinderischen Not setzten sich auch Stick your Cycle auseinander und gravierten die martialischen Zeilen in das nicht mal 5 Liter fassende Aluminium. Nicht weniger martialisch ist die gesamte Erscheinung der sonst im Ursprungszustand recht brav daherkommenden Kawasaki Z 1000 ST. Karl, Verfechter der Motorrad-Designs der Jahre 1970 bis 1989 und bekennender V8-Enthusiast, gestaltete das Projekt nach Vorbild der US-Vintage-Drag-Bikes, was sich nicht nur an den Reifen klar erkennen lässt. Auch der modifizierte Rahmen und nicht zuletzt die Sitzposition tragen ihren Teil dazu bei, dem Ed-Turner-Credo “the machine must be radical” zu entsprechen. Auf die Spitze getrieben wurde das letztendlich nicht. Um die Straßenzulassung nicht zu gefährden, wurden die Blinker und das Bremslicht unter den Sitz mit dem perfekt gearbeitete Leder von Red’s Leather verbaut.

Abschließend wollen wir dem Auftraggeber Grégoire, der die Novemberattacke in Paris überlebte, wünschen, dass er es dem geläuterten Jules gleich tut und mit seiner neuen Karre von Ort zu Ort fährt, Menschen trifft und Abenteuer erlebt - abzüglich der letzten Konsequenz des Vagabundentums natürlich.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
June 17, 2016
Autor: 
Oliver Schlegel
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