Custombikes
June 16, 2018

Gannet Design – Guzzi Go Fast

Moto Guzzi V9

Guzzi Go Fast

Abgeschrubbelt und wild kommt sie daher, die Guzzi von Gannet Design aus der Schweiz. Das Einsatzgebiet ist ab der ersten Sekunde des Betrachtens klar: Hier geht’s voll auf Geschwindigkeit! Dabei ist bereits die Ausgangsbasis, eine Guzzi V9 von 2016, nicht langweilig. Was die beiden Schweizer Stefan Fuhrer und Ulfert Janssen jedoch aus dem Cruiser herausholen, kann weit mehr als nur cool aussehen.

Rein optisch lädt ihre Interpretation des 850 Kubik starken V-Twins zwar nicht mehr zum gemütlichen Kurvenfahren ein, dafür aber für volle Power geradeaus bei den Sultans of Sprint. Dass hier weit mehr als nur am Auftritt der Guzzi gearbeitet wurde, ist offensichtlich. Doch der Reihe nach.

Ulfert ist mit seinem Design-Studio genau der richtige Mann für die Transformation zum Sprinter; Stefan, der Rennmechaniker, das entsprechende Äquivalent für sämtliche technische Raffinessen. Während Ulfert nach ersten Zeichnungen das Design festnagelt, überlegt Stefan, wie der Umbau von Einspritzer auf Vergaser bewerkstelligt werden kann. Kein leichtes Unterfangen, aber nur so wird aus der modernen Maschinen ein wahrer Retro-Racer. Als das fertige 3D-Konzept steht, können die Arbeiten beginnen.

Zunächst nimmt sich Stefan den Rahmen vor. Für den Renneinsatz muss nicht nur eine neue Linienführung her, sondern auch Gewichte purzeln. Deshalb kürzt er das Heck, erhöht die Sitzposition und ändert die Rahmenwinkel. Für den minimalistische Bürzel holen sie sich Hilfe von Bruno Bertschy, der in feinster Handarbeit das gewünschte Design aus Aluminium zurechtdengelt. Jetzt ist die Sitzposition schon deutlich aggressiver und Arbeiten an der Motor-Technik können folgen.  

Um ihrem Custom einen gewissen Vintage-Touch zu verleihen, entscheidet sich das Team auf Vergaser umzurüsten. Zwei Keihin-Vergaser mit eigens entworfenen Ansaugtrichtern sollen außerdem für genügend Wumms bei den Beschleunigungsduellen sorgen. Das bedeutet jedoch weitreichende Maßnahmen, denn die ganze Digital- und Sensortechnik für die Einspritzanlage musste zurückgebaut werden – kein Problem für Rennmechaniker Stefan. Und jetzt wirds brachial. Die beiden neuen Krümmer erinnern fast etwas an die geschwungenen Tröten von Auto Fabrica, wären da nicht die massiven GP Pro Endtöpfe von Leo Vince. Echter Rennsport eben.

Am unteren Teil des Rahmens verbauen sie Fußrasten von CNC Racing, die die Ergonomie weiter auf Rennsport trimmen. Stummellenker von ABM und neue Brems-und Kupplungshebel leisten ihr übriges und verleihen der Maschine noch mehr sportliche Gene.

Zu guter Letzt, die Federung. Feinste Komponenten von Öhlins schmiegen sich um das 18" Vorderrad von Kineo und sorgen auch am bespeichten Hinterrad, dass mit Aluminiumplatten einen auf Scheibe macht, für sanfte Eindämpfung beim Wheelie an der Startlinie.

Die Lackierung übernimmt Walter Oberli. Hier trifft „abgeschrubbelt‟ auf Hochglanz und auch die Zylinderköpfe erhalten einen blauen Anstrich. Wer dieses wunderschöne Ungetüm live bestaunen will, hat aktuell beim Wheels & Waves und etwas später im Jahr beim Glemseck 101 die Möglichkeit.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
June 16, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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