Custombikes
March 1, 2018

hgarage – Ducati 900SS Custom

Die Hüllen fallen lassen

Scott Halbleib von hgarage schraubt in seiner Werkstatt in Louisville (Kentucky) an verschiedenen Projekten, als Tim, ein langjähriger Kunde, mit einer ziemlich mitgenommenen 2001er Ducati 900SS vorbeikommt. Er möchte das Motorrad über den Winter herrichten lassen und es dann möglichst gewinnbringend im Frühjahr verkaufen. Er es ist vom Typ: wenig Aufwand, maximaler Output, aber Scott hat wenig Zeit und schlägt vor, die Maschine erstmal bei ihm zu lassen.

Durch die bloße Anwesenheit der Ducati in seiner Werkstatt abgelenkt, kriegt er die 900 SS nicht mehr aus seinem Kopf. Wieso eigentlich nicht selber kaufen und dann erst umbauen? Gesagt, getan. Mit etwas Aufschlag als Finderlohn wandert das Motorrad in den eigenen Bestand über und gesellt sich zu seiner Multistrada von 2007. Scott hat Erfahrung mit Ducatis. Vier hat er bereits besessen, doch was er mit seiner Neuanschaffung anfangen soll, weiß er zunächst nicht.

Der Vorbesitzer hat dicke Endschalldämpfer angeschweißt, die die Schwinge zerkratzt haben. Kein schöner Anblick, und auch die originale Plastikverkleidung empfindet Scott als störend. Irgendwas muss mit der Duc passieren! Der schöne Desmo-L-Twin soll besser zur Geltung kommen und auch der klassische Gitterrohrahmen verdient mehr Aufmerksamkeit. Scott kann nicht länger hinschauen und ergreift erste Maßnahmen. Bevor es ans Eingemachte geht, vermisst es das Motorrad, um zu sehen, wie viel am Heck gekürzt werden kann.

Mit Flex, Schweißwerkzeug und neuen Winkelstücken ausgerüstet, sorgt er für eine steilere Linie sowie ein progressiveres Auftreten. Der Tank bleibt und bietet Orientierung für die Neugestaltung der Heckpartie. Vergitterte Lufteinlässe machen die minimalistische Konstruktion hinter dem Fahrer etwas breiter und ergänzen die eigens angefertigten Kniepads samt Logo am Tank zu einer hübschen Einheit. Für die Sitzfläche hat sich Scott ebenfalls etwas einfallen lassen. Ein Loch samt Gitter gibt von oben den Blick auf die Monoshock-Federung von Öhlins frei und liefert mit der neuen Aufpolsterung ungewohnte Akzente, die sich auch am Rücklicht wiederfinden.  

Für die Farbe holt er sich Inspirationen von der Straße. Ein Toyota Scion mit blau-grün-grau-mäßiger Lackierung liefert die Lösung. Josh von Lafountain Custom Paint mischt die Farbe nach und verpasst der Ducati eine taubenblaue Optik. Motor und Felgen lackiert er in Graphit, ebenso die Swinge. Auf diese Weise wird der Fokus auf den Rahmen gelenkt, der jetzt mit weißer Pulverbeschichtung in den Vordergrund tritt.

Als Nächstes folgt die Aufwertung in technischer Hinsicht. Auf der obersten Gabelbrücke versteckt Scott die Zündung, sowie eine einfach Tankanzeige in Form zweier Lichter für low und neutral. Einstellbare Brems- und Kupplungshebel und die passenden Flüssigkeitsbehälter von Rizoma vervollständigen neben einer neuen Frontleuchte die Arbeiten am Lenkkopf. Die alten, selbstgebastelten Schalldämpfer des Vorbesitzers fliegen raus und neue, kurze Töpfe von Cone Engineering werden verbaut. Scott entscheidet sich auch für Luftfilter, statt der großen AirBox und holt sich die fachmännische Hilfe eines Freundes für die Elektronik. Gemeinsam vereinfachen sie den Kabelbaum und verlegen ihn neu, sodass schlussendlich alles clean und aufgeräumt daherkommt.

Mit vergleichsweise einfachen Umbauarbeiten hat Scott einen Supersportler modifiziert, der seine Qualitäten offenherzig und unverkleidet in Szene setzt. Jetzt kann sich die Ducati in der hgarage sehen lassen!

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
March 1, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
Fotos: 
hgarage
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