Custombikes
July 7, 2016

Hookie Co. – Honda CB 750

„Ein Bild ist nie fertig gemalt...“ - Das meinte schon Ernst Bloch, und auch Nico vom Hookie Kollektiv, der Motorräder stets als Leinwand versteht, sagte im Interview in CRAFTRAD N°1: „Für mich ist das Motorrad nie ganz fertig. Es gibt nicht das perfekte Motorrad, es ist ein Werkstück, an dem man nie aufhört zu arbeiten.“ Das hat weniger mit Zen oder einer Suche nach Perfektion im Unfertigen zu tun. Vielmehr ist es der stete Wille nach Weiterentwicklung und sich nicht zufrieden zu geben. Denn Zufriedenheit ist der kleine, nervige Bruder von Stillstand.

Stillstehen wollte auch Ilya aus Berlin nicht, der sich momentan im Prüfungsstress befindet, um den Motorradführerschein zu erhalten. Als er im Hookie-Showroom vorbeikam, sich umschaute und Probe saß, verliebte er sich auf Anhieb in ihre bekannte erste Honda CB 750 und gab sein Traumbike in Auftrag, das gleichzeitig sein erstes sein wird. Dem Wunsch nach einer sehr dunklen Maschine kam man gern entgegen.

Das Nicht-Farbthema oder der gänzliche Verzicht zieht sich wie ein monochromer Faden durch die Arbeiten der Dresdner Werkstatt. Knallige Farben oder aufwändiges Pinstriping als Aufwertung leeren Inhalts sucht man hier vergebens. Stattdessen legen sie Wert auf Design, Funktion und Material - „Die Textur ist für mich auf Dauer interessanter“ - simpler Pragmatismus, das eben nichts vom Wesentlichen ablenkt. Eine Mischung aus mattem Alu, schwarz matt und Hochglanz macht das Ergebnis perfekt.

Die Sitzbank ist in Anlehnung an Ilyas CB-750-Flirt entstanden, mit groben, schwarzen Leder bezogen und komplett aufgepolstert, die nicht nur Platz für einen Not-Sozius-Sitz bietet. Das markante LED-Rücklicht wurde dort auch noch versenkt. Ordnung hat eben seinen festen Platz, was nicht nur am Interieur des Workshops deutlich wird. Das Cockpit ist reduziert gestaltet und wurde nur mit dem nötigsten ausgestattet. Minitacho, Ausgleichsbehälter und ein paar m-Switches reichen völlig aus. Auch das freigelassenen Rahmendreieck fügt sich stimmig ins Gesamtbild ein.

Eine schwarze CB 750 – nichts neues, aber der Alltime-Favorite von Nico, Sylvia und David zeigt immer wieder Potential, mit nur kleinen Änderungen ein echtes Unikat zu werden - das, auch wenn Nico hier widersprechen würde, ziemlich perfekt umgesetzt wurde

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
July 7, 2016
Autor: 
Oliver Schlegel
Fotos: 
David Ohl
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