Motorrad
October 23, 2017

Hookie Co. – Mixed Feelings

Die Debatte

Es ist die Urform des motorisierten Wettbewerbs: eins gegen eins auf der Achtelmeile. Keine Ausreden mehr, sondern nur Vollgas und hoffen, dass der Gegner nicht so schnell am Gashahn zieht. Sultans of Sprint, Essenza, Punk’s Peak Race, The Reunion, Glemseck 101... Die Liste lässt sich anscheinend endlos fortführen. Achtelmeilensprints sind fester Bestandteil sowohl auf den publikumsstärksten Events als auch bei familiären Motorcycle-Happenings. Doch mit zunehmender Verbreitung dieses Formats erhöht sich proportional zur Quantität auch das Risiko eines Abnutzungseffekts. Wir haben verschiedene Akteure gefragt, wie man das Feuer in der Custom-Szene weiter am Brennen hält und welche Bedeutung Sprint-Veranstaltungen dabei haben. Wir lassen Jörg Litzenburger, Jens Kratschmar, Nicholas Bech, Nico Müller, Sylvia Petrasch und Sébastien Lorentz zu Wort kommen. Eine Debatte über das Für und Wider von Sprintrennen.

Nico Müller

Ich bin leidenschaftlicher Motorradfahrer. Wie so viele mag auch ich den Speed und den Nervenkitzel auf der Straße. Aber viel mehr bin ich der Technik und dem sportlichen Fahren verfallen. Ich war früher im Downhill aktiv und kenne das Fahrverhalten von Zweirädern sehr gut. Die physikalische Herausforderung aus Gleichgewicht, Geschwindigkeit und Orientierung hooken mich unglaublich. Daher bin ich auch der Meinung: Sprint fahren kann jeder. Ich persönlich bin kein großer Fan davon und setze mich daher für Motorsport ein, der Skills voraussetzt. Beim Rennen geht es aus meiner Sicht um die perfekte Symbiose aus Pilot und Motorrad. Man muss sein Bike kennen, spüren und es permanent an seine Grenzen bringen. Flat Track ist für mich die „eine“ Sportart, in der in erster Linie die Funktion des Bikes und nicht der Style zählt. Ein Sprintrennen ist schlichtweg eine gute Bühne, um sein Custombike zu präsentieren, und gibt all den motorradbegeisterten Zuschauern einen guten Einblick, was man alles ohne TÜV fahren könnte. Nebenher existieren für mich aber authentische Sprintrennen, wie in Bonneville oder beim Race of Gentlemen. Hier einmal mitzufahren, reizt mich schon sehr.

Sylvia Petrasch

Meine Meinung ist eher aus der Zuschauerperspektive. Im Moment bin ich ja leider mehr Sozia, als dass ich selber fahre (noch!). Ich vergleiche das also ein wenig mit einer Fashionshow, oder besser einem Pferderennen. Auf welches Pferd setzt du? Wer hat welche Ideen umgesetzt und wie sieht diese im Einsatz aus? Ob diese nun TÜV-zulässig ist oder nicht, ist hier ja erstmal zweitrangig. Es zählt der Style, die Idee und am Ende auch das fahrerische Talent. Ich finde also durchaus, dass Sprintrennen als Trend ihre Berechtigung haben und vor allem auch den Zuschauern extremen Spaß bringen. Eben und vor allem weil es hier um Umbauten geht, die fern der TÜV-Regularien gestaltet wurden. Vielleicht mache ich ja irgendwann auch bei einem mit, ob Nico nun will oder nicht.

Das ist eine Meinung zum Thema. Wie unsere anderen Debattenteilnehmer zu Sprintrennen stehen, könnt ihr hier lesen.

Mit dabei sind:

Jörg Litzenburger

Jens Kratschmar

Nicholas Bech

Sébastien Lorentz

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
October 23, 2017
Autor: 
Redaktion
Fotos: 
Hookie Co.
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