Motorrad
November 2, 2018

Reingeschaut – Closer to the Edge

Closer to the Edge – Isle of Man TT

Wenige Motorradrennen sind so bekannt und oft beschrieben wie die legendäre Tourist Trophy auf der Isle of Man, einer Insel, die zwar irgendwie noch zu England gehört, in Wahrheit aber ein selbstverwalteter Kronbesitz ist und somit nach den eigenen Regeln tanzt.

Seit 1907 finden hier alljährlich Motorradrennen statt, wobei die Insel selbst und ihre öffentlichen Straßen zur Rennstrecke avancieren. Wenn dann, über einen Zeitraum von gut zwei Wochen, Motorradverrückte und Profis aus aller Welt auf die Insel strömen, steht alles im Zeichen motorisierter Zweiräder, die mit gnadenloser Geschwindigkeit durch Dörfer und über abgesperrte Landstraßen peitschen.

Der Wahnsinn und Wagemut, dem sich die Fahrer bei der Tourist Trophy hingeben, ist nur schwer in Worte zu fassen und selbst Fotos und Videos schaffen oft nur ansatzweise festzuhalten, was kaum festzuhalten ist: Menschen auf Feuerstühlen, stets kurz davor die Bodenhaftung zu verlieren und ins Jenseits zu segeln.

In Closer To The Edge wird die Intensität dieser Veranstaltung in Interviews und spannenden Aufnahmen zusammengefasst. Mit einem speziellen Fokus auf den sympatischen (oftmals auch fast nicht zu verstehenden) Rennfahrer Guy Martin kommen wir dem Hochgeschwindigkeits-Zirkus und der Faszination Straßenrennen ein Stückchen näher. Richtig glauben kann man es sowieso nur dann erst, wenn man live vor Ort war.

Reingeschaut!

In einer Stadt, die nicht nur von einer extrem begrenzten Wohnraumsituation, sondern auch horrenden Mietpreisen geprägt ist, gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Bleibe zu einer wahren Odyssee. Nach gut zwei Jahren permanenter Ortswechsel, finden sie im Februar 2017 das richtige Objekt. Das Container Collectiv am Ostbahnhof hält einen alten Schiffscontainer bereit, der noch auf neue Mieter wartet. Hier, inmitten von Künstler-Ateliers Bars und Cafés, scheint endlich die richtige Umgebung für das kreative Schaffen am geliebten Zweirad gefunden. Der Platz in der neuen Werkstatt ist zwar extrem begrenzt und auch der komplette Neuaufbau einer Maschine für einen Kunden fordert ihnen einiges ab, dennoch schaffen es die Jungs ihren ersten Auftrag zufriedenstellend in die Tat umzusetzen.

Custom Passion

Kaum hat die hübsche SR 500 als Scrambler ihren Container verlassen, folgen auch schon die nächsten Projekte. Aktuell ist es eine Yamaha XS 1100, die sie zu einem leistungsstarken und dennoch  komfortablen Cruiser umgebaut haben – englisches Understatement á la Jaguar eben. Da darf eine Lackierung in British Racing Green natürlich nicht fehlen, ebenso Lenkerbänder aus Leder und der Tank einer amerikanischen XS 1100, der für eine schlankere Linie sorgt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich das Kollektiv an die Arbeit mit und für Kunden gewöhnt:

"Es ist interessant und auf eine andere Weise fordernd mit Ideen und der Inspiration des Kunden zu arbeiten und jedem Projekt zudem die eigene Handschrift zu verpassen."

Dabei ist für sie jeder Umbau ein echte Herzensangelegenheit. Mit ihrer Detailversessenheit versuchen sie Unikate zu schaffen, die ihren Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das mag zwar kitschig klingen, aber wer Wochen und Monate mit einer Maschine auf wenigen Quadratmetern in einem Container verbringt, der entwickelt einfach eine innige Bindung. So verwundert es kaum, dass ihnen so manch ein Abschied nicht ganz leicht fällt ‒ auch wenn das breite Grinsen zufriedener Auftraggeber für alle Mühen entlohnt.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
November 2, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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