Custombikes
July 10, 2018

Italian Dream Motorcycle – Suzuki EF 400 BB

Vintage Cross Bike

Vintage Cross Bike

Zufällig stößt Sergio Giordano von Italian Dream Motorcycles bei seiner Recherche über alte Enduro Rennen auf eine wahres Schmuckstück. Was ihm dabei in die Hände fällt, weckt nicht nur seine Neugier, er muss zuschlagen. Denn obwohl ein Suzuki-Schriftzug das entdeckte Motorrad ziert, ist abgesehen vom Motor nur wenig vom Herstellerband gerollt und die Enduro daher umso spannender. Nun gilt es, die Puzzleteile ihrer Geschichte zusammenzusetzen.

Es ist das Ende der 70er Jahre, als sich der Rahmenbauer B. Beyens aus Belgien den Motor einer gerade frisch erschienenen DR400 schnappt, um sich rundherum neu auszutoben und eine Vollcross im Stile der 60/70er zu bauen. Vintage war auch damals schon angesagt und so entwickelte er seine ganz eigene Interpretation einer Wettkampfmaschine aus dieser Zeit. Sein Ziel: Die möglichst erfolgreiche Teilnahme an der Europäischen Motocross Meisterschaft in der 1965/70er Klasse.

Klar das er als Profi seines Fachs den Rahmen selbst baut. Stahl und Aluminium dienen ihm als Werkstoffe für die Eigenkreation und auch die Standrohre der Gabel sowie die dazugehörigen Brücken baut er selbst. Dann setzt er den Motor ein, montiert einen Mikuni Vergaser und formt den passenden Krümmer aus einem dünnen Rohr, das er fast unsichtbar vor dem linken Federbein am Hinterrad empor kriechen lässt. Einen richtigen Endtopf gibt es nicht und so spuckt das Ding Flammen, wenn der Wettkampf an Intensität gewinnt.

Dass der Umbauvoll auf Offroad-Performance ausgelegt ist, sieht man in allen Details. Nichts ist überflüssig, alles hat seinen Sinn und sieht dabei auch noch verboten gut aus. Die handgerollten Kotflügel aus Aluminium sind ebenso zweckmäßig und edel, wie das aufgeräumte Cockpit, das nur mit dem nötigsten (Kupplung, Bremse, Dekompressionshebel) ausgestattet ist. Auch der Tank fügt sich stilvoll in das chrom-grüne Gesamtbild. Der weiße Suzuki-Schriftzug gibt zumindest etwas Aufschluss über die Ausgangsbasis.

Und auch die Sitzbank könnte einfacher kaum sein. Hier ist Sitzfleisch aus Stahl gefragt, wobei der waschechte Endurist ohnehin im Stehen fährt und sich nur von Zeit zu Zeit eine Auszeit auf dem kleinen Ossa-Polster genehmigen darf. Besten Halt bei ruppigen Fahrten liefern dafür die einstellbaren Fußrasten und auch die groben Stollenreifen am 19 Zoll Vorder - und 18 Zoll Hinterrad erfüllen ihren Zweck.

Übrigens: Auch wenn das Motorrad dasteht, als wäre es fürs Museum vorbereitet worden, so hat Sergio die Suzuki bereits auf Herz und Nieren im Gelände getestet. Für stolze 25.000 Euro ist sie nun zu haben – dann aber hoffentlich für weitere Offroad-Abenteuer und nicht für die Glasvitrine.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
July 10, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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