Custombikes
June 13, 2018

Jambon Beurre Motorcycle – Gloria Factory Project

Elektromotorräder aus Frankreich

Sexy Urban Electric

Wie könnte die Zukunft der Mobilität in den Städten aussehen? Das zu beschreiben oder gar vorauszusagen, ist wie der berühmte Schritt auf dünnem Eis: gefährlich und ungewiss. Zu viele Ansätze prägen unsere Zeit, zu wenige Lösungen scheinen der Weisheit letzter Schluss. Genau diese Ungewissheit lässt aber Platz und Raum für Ideen aller Art. Vom kleinen Hobbyschrauber bis hin zum Start-Up aus dem Silicon Valley – überall wird getüftelt und ausprobiert, was das Zeug hält. Und auch in der Custom-Szene versuchen sich immer häufiger findige Kollektive an neuen Lösungen für urbane Mobilität und alternativen Fahrspaß auf zwei Rädern.

Jambon Beurre Motorcycle aus Paris gehört zu diesen Ausnahme-Playern. Das Team aus Kreativen und Motorheads will nicht weniger wagen, als ihre Leidenschaft für motorisierte Zweiräder in die Zukunft zu transportieren. In den letzten vier Jahren haben sie zwar noch einige benzinbetriebene Umbauten produziert (und werden es auch weiterhin), mit ihrem Gloria-Projekt wollen sie ihr Portfolio nun aber maßgeblich erweitern. 

„Die Welt ist im Wandel, doch während sich vieles ändert, scheint die Zeit in der Motorradindustrie stehengeblieben zu sein.” 

Zwar gibt es einige Firmen, die seit Jahren mit spannenden Elektromodellen neue Wege gehen, so zum Beispiel Zero Motorcycles, Energica, Alta Motors. Doch was den Kunden dort geboten wird, ist den beiden Köpfen hinter Jambon-Beurre nicht sexy genug. Antonin Guidicci (Modefotograf) und Benjamin Cochard (Finanzexperte aus der Automobilbranche) haben ein ganz anderes ästhetisches Empfinden und vor allem einen Kundenpool im Auge, der nicht unbedingt mit der Motorradwelt zu tun hat. Ihr Ziel ist es nicht nur Mode- und Design-interessierte Menschen anzusprechen, sondern gleich die ganze Art der Motorradproduktion und des Vertriebs neu anzugehen.

GLORIA

Mit ihrem ersten Prototypen zeigen sie, wohin die Reise gehen soll. Inspiriert von der Optik der Flat Tracker, entwerfen sie eine Elektroversion für die Straße. Ihr Ziel: die Reaktionen der Menschen testen und daraus Rückschlüsse für Gloria ziehen. Was wie ein Motorrad konzipiert ist, muss allerdings auch danach aussehen. Auch deshalb bleibt ein Tank erhalten und der Antrieb erfolgt über Kette. Neben der eigenwilligen Scheinwerferkonstruktion sorgt dann aber vor allem das Antriebsaggregat und die Batterie für Aufsehen. Nichts geringeres als der Motor einer ehemaligen Militärdrohne liefert in ihrem Prototyp jede Menge Schub nach vorne. Der ist allerdings so stark, dass sie das Monster regulieren müssen. 106 PS und 135 Nm Drehmoment am Hinterrad sind Power und Belastungsprobe genug für den alten Rahmen und die Federelemente. Dass hiermit allerdings noch kein neuer Schritt Richtung Zukunft gemacht ist, ist den beiden Inhabern klar. Sie verstehen sich weniger als Vorreiter im technologischen Sinn, dafür aber als Anbieter maßgeschneiderter und attraktiver Elektromobilität für den Großstädter ohne Motorradführerschein.

Und hier wird es spannend. Statt es bei einem Prototypen zu belassen und der Welt nur eine weitere Idee zu liefern, wollen sie ihre Vorstellungen für die Mobilität der Zukunft ganzheitlich angehen. Gloria nennt sich das Vorhaben, mit dem sie maximale Kundenorientierung etablieren wollen. Die Ausgangsbasis bildet dabei stets die gleiche Rahmenkonstruktion, die dann aber je nach Wunsch konfiguriert werden kann. Vom Cafe Racer bis zur Enduro ist alles möglich, nur der Motor und die Batterie bleiben stets gleich. 100 Km Reichweite machen den Anfang, die Leistung des Motors soll vergleichbar einer 125er sein. Damit lässt sich dann zumindest in Frankreich mit einer 10 minütigen Einführung und Autoführerschein Motorradfahren. Und auch der Kauf soll wie so Vieles heutzutage Online erfolgen. Ausstellungsräume und die Qual der Wahl beim Händler gehören bei ihrem Konzept der Vergangenheit an. Stattdessen wählt man gemütlich daheim vom Computer die entsprechende Konfiguration aus und lässt sie sich direkt vor die Haustür schicken. Sollte dann irgendwann der Wunsch bestehen vom Flat Tracker auf Cafe Racer umzubauen, so muss man einfach nur die Website aufrufen und neu auswählen; der Umbautermin wird dann im Anschluss vereinbart.

Auch wenn das Projekt aktuell noch in der Fundraising-Phase steckt, ist der kommerzielle Vertrieb bereits bis 2020 geplant. Wir bleiben gespannt und halten euch weiterhin auf dem Laufenden.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
June 13, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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