Portraits
January 20, 2018

Lieblingsladen ‒ Kentaurus

2004 gründete Inhaber Stefan Laskowski Kentaurus aus der Überzeugung heraus, dass guter Geschmack nicht vom Geldbeutel abhängen muss. Seine beiden Geschäfte in der Albertusstraße in Köln sind seitdem Anlaufstelle für Menschen, die auf der Suche nach kultivierter Alltags - und Arbeitskleidung in herkömmlichen Läden nichts passendes fanden. Der grössere Laden mit der Nummer 16 legt sein Hauptaugenmerk auf Kleidung für Herren, während sich in der Nummer 4 die Damenkollektion und das Archiv mit heruntergesetzten Einzelteilen befindet. Im Interview verrät uns Stefan, wie alles seinen Lauf nahm und was das Credo seiner Arbeit ist.

Wie kam es zu Kentaurus?

Angefangen habe ich mit dem Verkauf der Pferdelederjacken von Aero aus Schottland. Im Laufe der Zeit habe ich dann Stück für Stück mein Sortiment erweitert und so finden sich heute viele großartige Produkte, die ich am liebsten alle selber tragen würde.

Was gibt es bei dir zu kaufen?

Ich führe Produkte von über 50 verschiedenen Herstellern, vorwiegend aus Deutschland, Italien, England, Japan und Nordamerika in meinem „Multi-Brand-Store“. Viele dieser Produkte greifen historische Vorbilder auf, teils als exakte Repliken, und haben interessante Geschichten oder Anekdoten zu erzählen, sei es über ihre Herkunft oder wegen ihrer Verwendung von wem, wann und wo. Es handelt sich also weniger um „ Fashion“ als um Kleidung, die sich in den letzten 100 Jahren bewährt hat.

Was ist euer Ladenkonzept?

Uns verbindet eine Passion für handwerklich sorgfältigst hergestellte Kleidungstücke und andere Gegenstände, die aufgrund ihrer Machart und Materialwahl in Falten, Kerben und Kratzern, mit immer schöner werdender Patina, Gebrauch und Lebensweise ihrer Besitzer anschaulich konservieren und zum Teil das Zeug dazu haben, eines Tages als Erbstücke weitergegeben zu werden.

Was gibt es auf eurer Internetseite zu entdecken?

Obwohl nahezu alle verfügbaren Teile auf unser Website abgebildet und beschrieben sind, verzichte ich ganz bewusst auf einen Internet-Store mit Klicks in Warenkörbchen. Ich verstehe unseren Laden eher als eine Art Trotzkiste gegen diese zunehmend virtualisierte und anonymisierte Art des Konsums. Wir bevorzugen das persönliche Gespräch mit unseren Kunden. Ausserdem: an den amerikanischen Pferdeledern muss man schnuppern, die wunderbaren Stoffe z.B. der Hemden und Jackets muss man in die Hand nehmen und fühlen, die verschiedenen Blue Jeans muss man in Muße probieren, um dann die Spuren des Gebrauchs selber einzutragen und zu prägen.

Wo seht ihr Gemeinsamkeiten mit unserem Magazin? Wie fügt sich CRAFTRAD ins Sortiment, gibt es viele Kunden mit Motorrad-Bezug?

Wir haben viele Kunden, die Moped fahren, aber nicht die Art von Biker sind, die zwar sauteure Maschinen fahren, hunderte von Euros für z.B. Blinker oder andere Details ausgeben, aber selber rumlaufen, als hätten sie ihre Klamotten aus dem Humana-Container gezogen. Das ist keine Arroganz, sondern die Überzeugung, dass Geschmack nicht vom Geldbeutel abhängt.

Wo im Laden ist CRAFTRAD ausgelegt und warum?

Direkt auf dem Tresen an der Kasse, damit die passende Literatur die Lederjacke ergänzen kann. Manchmal wird das Magazin aber auch als Beigabe zu einem größeren Einkauf dazu gelegt

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
January 20, 2018
Autor: 
Redaktion
Fotos: 
Kentaurus
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