Motorrad
May 27, 2016

Light Rider

Die neueste Kraftrad-Innovation stammt diesmal nicht von den großen Motorradhäusern, sondern von dem europäischen Flugzeughersteller Airbus. Dessen Tochtergesellschaft APworks, eigentlich spezialisiert auf metallischen 3D-Druck, unter anderem für Luft- und Raumfahrttechnik, präsentierte am 20. Mai ihr erstes Elektromotorrad Light Rider in Ottobrunn bei München. 

Mit gerade mal 35 kg ist der Light Rider wahrscheinlich das wohl leichteste Motorrad der Welt und kommt mit einem 6 kW Batteriepack immerhin auf 80 km/h. Grund für das extrem geringe Gewicht ist der 3D-gedruckte Rahmen aus der patentierten Luftfahrt-Aluminiumlegierung Scalmalloy®, welche mittels additiver Fertigung das geringe Gewicht von Aluminium mit der Festigkeit von Titan vereint.

Die gewöhnungsbedürftige Rahmenstruktur ist auf bionische Algorithmen zurückzuführen, wobei die Belastung bei der Fahrt zuvor am Computer berechnet wird. Mit den gesammelten Daten ist es möglich, ein organisches Skelett nach den natürlichen Bedürfnissen zu schaffen. Dieser modernen Rahmentechnologie verdankt der Light Rider letztlich sein Design, das wie die Zukunftsvision des guten alten Bonanza-Rades aussieht – fehlt nur noch der Fuchsschwanz am Bananensattel. „Mit dem Light Rider zeigen wir bei APWorks unsere Vision einer urbanen Mobilitätslösung", sagt Ingenieur Stefanus Stahl. 

Das Elektrobike kann auf der Website von APworks für stolze 50.000 € vorbestellt werden. Die Serie soll allerdings auf 50 Stück limitiert sein und ist damit wohl eher was für den Technikliebhaber mit großem Geldbeutel, als für den Otto-Normalverbraucher.

In einer Stadt, die nicht nur von einer extrem begrenzten Wohnraumsituation, sondern auch horrenden Mietpreisen geprägt ist, gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Bleibe zu einer wahren Odyssee. Nach gut zwei Jahren permanenter Ortswechsel, finden sie im Februar 2017 das richtige Objekt. Das Container Collectiv am Ostbahnhof hält einen alten Schiffscontainer bereit, der noch auf neue Mieter wartet. Hier, inmitten von Künstler-Ateliers Bars und Cafés, scheint endlich die richtige Umgebung für das kreative Schaffen am geliebten Zweirad gefunden. Der Platz in der neuen Werkstatt ist zwar extrem begrenzt und auch der komplette Neuaufbau einer Maschine für einen Kunden fordert ihnen einiges ab, dennoch schaffen es die Jungs ihren ersten Auftrag zufriedenstellend in die Tat umzusetzen.

Custom Passion

Kaum hat die hübsche SR 500 als Scrambler ihren Container verlassen, folgen auch schon die nächsten Projekte. Aktuell ist es eine Yamaha XS 1100, die sie zu einem leistungsstarken und dennoch  komfortablen Cruiser umgebaut haben – englisches Understatement á la Jaguar eben. Da darf eine Lackierung in British Racing Green natürlich nicht fehlen, ebenso Lenkerbänder aus Leder und der Tank einer amerikanischen XS 1100, der für eine schlankere Linie sorgt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich das Kollektiv an die Arbeit mit und für Kunden gewöhnt:

"Es ist interessant und auf eine andere Weise fordernd mit Ideen und der Inspiration des Kunden zu arbeiten und jedem Projekt zudem die eigene Handschrift zu verpassen."

Dabei ist für sie jeder Umbau ein echte Herzensangelegenheit. Mit ihrer Detailversessenheit versuchen sie Unikate zu schaffen, die ihren Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das mag zwar kitschig klingen, aber wer Wochen und Monate mit einer Maschine auf wenigen Quadratmetern in einem Container verbringt, der entwickelt einfach eine innige Bindung. So verwundert es kaum, dass ihnen so manch ein Abschied nicht ganz leicht fällt ‒ auch wenn das breite Grinsen zufriedener Auftraggeber für alle Mühen entlohnt.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
May 27, 2016
Autor: 
Redaktion
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