Custombikes
August 9, 2018

Neoklassiker im Futurismus-Gewand

Sinroja Moksha

Die Brüder Rahul und Birju Sinroja wissen, wie man mit Farbakzenten Verkleidungskonturen den entscheidenden Schwung gibt. Das fiel schon bei ihrer Royal Enfield Surfin' Blurred auf. Ihre BMW für das Son of Time-Projekt von TW Steel reizt die Farbdynamik noch radikaler aus.

Glanzschwarz und Neonrot für eine R nineT, die von jeder nostalgischen Rundung befreit wurde. Sinrojas Moksha will Kampfgeist statt Klassik-Look. Von der ursprünglichen, fabrikneuen R nineT, die BMW zur Verfügung stellte, bleiben nur der Hauptrahmen und der Motor. Die neue Frontmaske aus Aluminium, die sich von der Armatur über den Scheinwerfer bis zur Radnabe herunterzieht, gemahnt an einen Kampfmönch im rotschwarzen Kapuzenmantel. Das Heck spitzt sich zu einem martialischen Haken zu. Der schlanken Rennoptik folgen kaum technische Eingriffe. An Motor und Fahrgestell wurde bis auf ein längeres Zentralfederbein und verbesserte Bremsen nichts geändert. Aber die R nineT ist fast nicht wiederzuerkennen. Zusammen mit dem Bentley-Designer Rajesh Kutty haben sie ihr ein Retrofuturismus-Kleid übergestülpt, das sich nicht auf die 1920er oder 1960er bezieht, sondern auf die Computerspiele-2000er. Sie haben das erfolgreichste Modell der Neoklassik-Welle erfolgreich von allen Klassik-Anleihen befreit.

Dazu mussten sie natürlich ins Detail gehen. Die neue Verkleidung – Frontmaske, Tank, Sitzeinheit – haben sie mit Chris Walton in 150 Stunden Handarbeit aus Aluminium geformt. Die Gabel wurde in Schwarz keramikbeschichtet, der Sitz aus Bentley-Leder genäht. Den

Edelstahlauspuff haben sie selbst konstruiert. Die Lackierung haben sie von 8 Ball Custom Paint nach ihrem Entwurf aufbringen lassen. Die schwarzen Felgen mit den roten Speichennippeln hat Kineo exklusiv angefertigt. Dass zwei der Nippel schwarz gehalten sind, ist ein Verweis auf TW Steels Design – wie die gesamte Farbwahl. Der Tankdeckel und die Armaturen greifen die Ästhetik der Uhr auf, die TW Steel parallel zur Moksha entworfen hat. Mit der Moksha verbeugen sich die Sinroja-Brüder vor ihrem Auftraggeber – und schenken ihm nach den beiden anderen exotischen Umbauten von Anthony Partridge und Diamond Atelier das dritte Motorrad, das er sich nie hätte träumen lassen.

Mehr dazu findest du in CRAFTRAD N°13 - STAY HUNGRY!

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
August 9, 2018
Autor: 
Jan Joswig
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