Motorrad
February 19, 2018

Night of The Jumps – Ausgeflippt!

Der jüngste Double Backflip

Doppelt um die eigene Achse geflippt, ein Stadion zum Kochen gebracht und der Welt bewiesen, das es noch einer kann.

Neben Travis Pastrana und einer Handvoll anderen, kann es jetzt noch einer – und zwar als jüngster Fahrer überhaupt. Der deutsche Freestyle Motocross-Profi Luc Ackermann hat bereits im vergangenen Jahr massiv an einem der schwierigsten Tricks im Freestyle Motocross gearbeitet: dem Double Backflip. Am vergangenen Wochenende hat er die artistische Einlage dann gleich zwei Mal vor einem begeisterten Publikum gezeigt. Bereits am Freitagabend packte er am Ende seines Runs den Double Backflip aus. Nicht nur wir, sondern das ganze Stadion flippte aus. Allerdings konnte er sich damit nicht den Sieg sichern, da er in der vorgegebenen Zeit einen Sprung zu wenig ablieferte.

Am darauffolgenden Samstag sollte es besser laufen. Wieder als einer der letzten Fahrer auf die Rampen losgelassen, gelingt ihm ein perfekter Lauf mit einem doppelten Rückwärtssalto als krönendem Abschluss. Mit 432 Punkten sicherte er sich den ersten Platz auf dem Treppchen und übernimmt die Führung in der Gesamtwertung der Weltmeisterschaft. 

Herzlichen Glückwunsch Luc, Keep it up!

 

In einer Stadt, die nicht nur von einer extrem begrenzten Wohnraumsituation, sondern auch horrenden Mietpreisen geprägt ist, gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Bleibe zu einer wahren Odyssee. Nach gut zwei Jahren permanenter Ortswechsel, finden sie im Februar 2017 das richtige Objekt. Das Container Collectiv am Ostbahnhof hält einen alten Schiffscontainer bereit, der noch auf neue Mieter wartet. Hier, inmitten von Künstler-Ateliers Bars und Cafés, scheint endlich die richtige Umgebung für das kreative Schaffen am geliebten Zweirad gefunden. Der Platz in der neuen Werkstatt ist zwar extrem begrenzt und auch der komplette Neuaufbau einer Maschine für einen Kunden fordert ihnen einiges ab, dennoch schaffen es die Jungs ihren ersten Auftrag zufriedenstellend in die Tat umzusetzen.

Custom Passion

Kaum hat die hübsche SR 500 als Scrambler ihren Container verlassen, folgen auch schon die nächsten Projekte. Aktuell ist es eine Yamaha XS 1100, die sie zu einem leistungsstarken und dennoch  komfortablen Cruiser umgebaut haben – englisches Understatement á la Jaguar eben. Da darf eine Lackierung in British Racing Green natürlich nicht fehlen, ebenso Lenkerbänder aus Leder und der Tank einer amerikanischen XS 1100, der für eine schlankere Linie sorgt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich das Kollektiv an die Arbeit mit und für Kunden gewöhnt:

"Es ist interessant und auf eine andere Weise fordernd mit Ideen und der Inspiration des Kunden zu arbeiten und jedem Projekt zudem die eigene Handschrift zu verpassen."

Dabei ist für sie jeder Umbau ein echte Herzensangelegenheit. Mit ihrer Detailversessenheit versuchen sie Unikate zu schaffen, die ihren Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das mag zwar kitschig klingen, aber wer Wochen und Monate mit einer Maschine auf wenigen Quadratmetern in einem Container verbringt, der entwickelt einfach eine innige Bindung. So verwundert es kaum, dass ihnen so manch ein Abschied nicht ganz leicht fällt ‒ auch wenn das breite Grinsen zufriedener Auftraggeber für alle Mühen entlohnt.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
February 19, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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