Custombikes
April 17, 2018

One-up Moto Garage – John Player Special

Honda CX 650 C 1983

John Player Special

Wenn dein Vater Rennfahrer in der F1 war und für den legendären Rennstall Lotus gefahren ist, so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass genügend Geld in der Familie geblieben ist, um ein einzigartiges Motorrad zu Ehren des Altvorderen in Auftrag zu geben. So geschehen beim Customizer Taylor Art von One-Up Moto Garage. Der junge Amerikaner hat uns bereits im vergangenen Jahr mit der wunderschönen Rossa Corsa von seiner Handwerkskunst überzeugt. Nun präsentiert er eine Honda CX 650 C von 1983, die er im Auftrag seines Kunden als zweirädrige Interpretation des John Player Special Lotus zu einem Motorrad der Extraklasse umgebaut hat.

Damit möglichst viel an den Hochleistungssportwagen aus vergangenen Tagen erinnert, wurde penibel genau versucht, sich dem Vorbild auf zwei Reifen zu nähern. Neben der charakteristischen Lackierung in Schwarz und Gold, durfte daher auch das Goodyear-Logo auf den Reifen nicht fehlen. Doch nicht nur optisch überzeugt der Custom aus Fayetteville, Arkansas. Nachdem der Motor komplett überholt und Ventil- und Zylinderkopfdichtungen erneuert sind, macht sich Taylor an den Rahmen sowie die Hinterradschwinge. Damit die Endtöpfe durch den schmalen Rahmen gezogen werden können, muss eine möglichst kompakte Federung her. Also schnappt er sich den einstellbaren Dämpfer einer GSX-R 600, konstruiert die Schwinge so, dass sie für diese Ansprüche funktioniert und passt den Hilfsrahmen an. Damit wäre das Ziel: längerer Radstand, tieferer Schwerpunkt, erreicht.

Als nächstes kann das neue Auspuffsystem installiert werden. Hierfür fertigt Taylor eigene Krümmer und wählt für die Endtöpfe zwei Bauteil von Lossa Engineering. Damit der Motor mit der richtigen Mischung versorgt wird, folgen VM34 Vergaser von Mikuni. Um das nun schon deutlich grimmigere Aggregat ausreichend zu kühlen, muss ein leichter Kühler aus Aluminium her, der ebenfalls mit handgemachten Rohren versehen wird. Nachdem die Arbeiten am Motor abgeschlossen sind, geht es zur Elektronik. Hier wählt Taylor die Steuereinheit m.unit V2 von motogadget, die er mit Schnellwahltasten von Motone und einer Halterung für das Handy am Lenker zu einer modernen Steuerzentrale für den Piloten komplettiert. Licht darf da nicht fehlen, als spendiert er dem Motorrad bei dieser Gelegenheit gleich einen modernen LED Scheinwerfer von KC.

Im Cockpit angekommen, sticht vor allem der Lenker heraus. Taylor hat sich für einen ungewöhnlichen Weg entschieden und mehrere Stahlrohre so miteinander verknotet, dass der Eindruck entsteht, man hätte es hier mit der komplizierten Radaufhängung eines F1-Rennwagens zu tun, und nicht mit einem einfachen Lenker. Die eigenwillige Konstruktion dient dabei gleichzeitig auch als Montagepunkt für den Spiegel, die Bremsbehälter, sowie die Smartphone-Halterung. Letzteres, als das kluge Handy, soll dann Tacho und Boarddisplay ersetzen.

Damit das alles montiert werden kann, muss aber zunächst eine neue Gabel her. Taylor wählt die Vorderradfederung einer CBR600R, die er am oberen Ende schwarz eloxiert. Und auch sonst bleibt er Honda treu. Vorne rollt das Motorrad auf der Felge einer Honda CX 500 turbo und nachdem es bei diesem Modell für das Hinterrad kein gleichgroßes 18-Zoll-Rad gibt, schafft eine CX 650 E für Abhilfe. Gold pulverbeschichtet, fügen sich die sechsarmigen Sternfelgen perfekt in das Konzept der John Player Special. Neue Bremsen von Brembo sorgen schlussendlich mit insgesamt 10 Kolben, statt der vorherigen zwei, für deutlich bessere Bremsleistung.

Fast ist das Werk vollendet, doch bevor sich der Lackierer mit Blattgold spielen darf, muss noch ein neuer Tank und eine neue Sitzbank her. Beides fertigt Taylor in mühevoller handarbeit selbst und vergisst dabei auch nicht die goldenen Nähte samt Firmenlogo für den Ledersattel.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
April 17, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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