Custombikes
December 23, 2017

One-Up Moto Garage – Rosso Corsa

Art Henschell macht es nach Art der alten Schule und sammelt Teile, die er auf Craigslist findet. Frei nach der Devise: haben ist besser als brauchen. Das Ein-Mann-Unternehmen aus Fayetteville in Arkansas verfügt somit immer über ausreichendes Custom-Material für zukünftige Projekte.

Der Auftrag für ein “Ferrari-Bike” kam aus Miami. Der Kunde liebt die italienische Marke und den Rennsport. In seiner Garage steht bereits ein Le-Mans-NART-Ferrari-LM250 von 1965. Eine Superleggera ist selten, aber ein Custombike von Art Henschel ist seltener – der Weg war frei für die Rosso Corsa.

Am Anfang des Projekts stand kein Spenderfahrzeug, das als Restomod oder komplette Neuinterpretation aufgebaut werden sollte. Art hat da seine ganz eigene Methode und wirft einen Blick auf die Ersatzteile in seiner Scheune. Der Rest fügt sich danach zusammen. So war es auch dieses Mal. Tatsächlich fand er in seinem Lager eine rudimentäre Einheit aus Motor und Rahmen einer Honda CB600F von 2006. Vom Schrottplatz kam noch eine passende Schwinge samt Federbein und Rad einer VFR800 dazu. Der Fund war laut Art wichtig:

„Ich hab mich für die Einarmschwinge entschieden, da das freistehende Hinterrad eine gewisse Auto-Ästhetik aufweist.“

Ein weiterer Vorteil der Schwinge war, dass dadurch die selbstgeschweißte 4-in-2-Auspuffanlage mit Endschalldämpfer von Lossa Engineering direkt hinter die Fußrasten gelegt werden konnten. Dadurch rücken die Tüten weiter nach innen und stehen extremen Schräglagen nicht im Weg. Obligatorisch sind beinahe schon die pulverbeschichteten Felgen in Gold – wie beim Testarossa.

Auffälligstes Merkmal und klares Ferrari Signet: der Benzintank in Rosso Corsa – es gibt kein stilistischeres Rot. Art lässt hier nicht auf sich kommen und fertigt das Reservoir aus weichen Kurven und harten Kanten selbst an. Mit gleicher Hingabe schwingt er sich auf eine alte Juki-Nähmaschine mit Trittbrett und polstert den Sitz mit Gel-Einlagen und Leder auf. Er gibt Aufgaben ungern aus der Hand. Eigentlich ist nur die Pulverbeschichtung nicht von ihm umgesetzt.

Am Hornet-Motor gab es hingegen nichts zu verbessern. Die Sportfilter von UNI verlangten lediglich eine neue Bedüsung. Am Ende schafft Art Henschell mit der Honda den Italo-Trick – die unzähligen Details fügen sich zu einem Racer in Ferrari-Optik zusammen.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
December 23, 2017
Autor: 
Henry Kerinnes
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