Portraits
September 27, 2018

Red Hot Chili Custom

CRAFTRAD zu Besuch in Stettin

Wochenendausflug

Ich bin in Polen, genauer: Stettin. Die alte Hansestadt macht es mir nicht leicht, sie in mein Herz schließen zu wollen. Das hässliche Straßennetz aus unzähligen, sich über und untereinander schlängelnden Brücken, die in die Innenstadt führen, ist keinesweges ansehnlich. Aber ich bin nicht als Tourist hier und viel von ihr gesehen habe ich auch nicht, also darf ich mir kein echtes Urteil erlauben. Der Grund meiner Reise ist ohnehin ein anderer.

Was mich hierher führt, ist der Customizer Red Hot Chili Customs. Hier soll meine alte SR500 überholt werden. Konkret heißt das: Ventilspiel einstellen, Vergaser reinigen, Gabelsimmerringe erneuern usw. Routine für Redu und Michal, die beiden Köpfe hinter RHCC.

Bei ihnen ist meine Yamaha in guten Händen, das merke ich sofort. Nach zwei Testrunden, die Redu mit ihr um den Block fährt, besprechen wir die notwendigsten Arbeiten. Anschließend geht es mit dem Motorrad per Lastenaufzug in den zweiten Stock.

Oben angekommen schieben wir die Stahltüre beiseite und betreten den unverputzten Schraubertraum, einen Mix aus Werkstatt, Showroom und Wohnzimmer. Edle Customs reihen sich an halbfertige Gerippe und Motorräder, die nur darauf warten fertig zusammengesetzt zu werden. Beste Lektüre lädt zum Verweilen ein und auch sonst gibt es von Hand bis Fuß fast alles, was man für dieses Hobby so braucht.

Die meisten der ausgestellten Motorräder sind Umbauten, so wie es Redu und Michal mögen. Doch auch Klassiker wie meine SR sind bei ihnen gern gesehen. Im Grunde gibt es kaum Anfragen oder Wünsche, die sie nicht erfüllen – egal ob Lenkerendenblinker verbaut werden sollen, oder gleich das volle Programm gewünscht wird. Es gibt nichts, was sie nicht können. Von rustikal bis edel, bei ihnen wird in jede Richtung modifizieren, ganz wie es die Kunden oder sie selbst wollen.

Ich entscheide mich für technisch notwendige Maßnahmen und lasse meine Umbaupläne vorerst schlummern. Die SR ist ein Klassiker und das soll sie vorerst auch bleiben. Dann geht es mit dem Bus zurück nach Berlin. In einer Woche kann ich wiederkommen, dann sei alles gemacht. Und genau so kommt es dann auch, mein Motorrad ist nach sieben Tagen abholbereit und ich mache mich wieder auf den Weg nach Stettin. Auch dieses Mal bleibe ich dem Stadtzentrum fern, mich zieht es zurück auf die Landstraße – und die SR schnurrt wie neu geboren.

Übrigens: Jedes Jahr schmeißen die Jungs von Red Hot Chili Customs eine mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus bekannte Offroad-Rallye, das sogenannten Scambler Fever. Wer seinen Umbau oder seine Enduro mal anständig durchs Gelände jagen will, der sollte sich das nicht entgehen lassen ...

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
September 27, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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