Kunst & Kultur
April 30, 2018

Reingeschaut – Vintage Revival in Montlhéry

Autodrome Montlhéry

Es soll ein poetischer Film, eine romantische Nacherzählung des Vintage Revival Festival werden. So lautet zumindest der Auftrag an das Berliner Film- und Kreativ-Kollektiv True Motion Pictures. Erneut sind sie für Paul D’Orleans von The Vintagent unterwegs. Diesmal geht es nach Montlhéry, Frankreich, zum letzten traditionellen Autodrom der Welt. Ohne lange zu zögern sagt das Team zu und fliegt kurzerhand über ein verlängertes Wochenende nach Paris. 20 Kilometer südlich der französischen Hauptstadt befindet sich dort zwischen Linas und Montlhéry die ehemalige Rennstrecke Linas-Montlhéry, zu der auch das letzte Autodrom der Welt gehört. Eine magische Atmosphäre schwebt über dem Rennkurs und den Steilwänden. Schon nach wenigen Minuten sind sie beeindruckt und fasziniert vom Drehort. Dazu kommt die Liebe der Festivalteilnehmer zu ihren Motorrädern und den alten Rennwagen; die Leidenschaft und der Respekt untereinander. Schnell wird klar: Hier muss gedreht werden! Und obwohl ihnen die Arbeit mit einer Drohne untersagt ist, gelingt dennoch eine kurze, aber stimmungsvolle Komposition an das letzte Autodrom.

Reingeschaut!

 

In einer Stadt, die nicht nur von einer extrem begrenzten Wohnraumsituation, sondern auch horrenden Mietpreisen geprägt ist, gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Bleibe zu einer wahren Odyssee. Nach gut zwei Jahren permanenter Ortswechsel, finden sie im Februar 2017 das richtige Objekt. Das Container Collectiv am Ostbahnhof hält einen alten Schiffscontainer bereit, der noch auf neue Mieter wartet. Hier, inmitten von Künstler-Ateliers Bars und Cafés, scheint endlich die richtige Umgebung für das kreative Schaffen am geliebten Zweirad gefunden. Der Platz in der neuen Werkstatt ist zwar extrem begrenzt und auch der komplette Neuaufbau einer Maschine für einen Kunden fordert ihnen einiges ab, dennoch schaffen es die Jungs ihren ersten Auftrag zufriedenstellend in die Tat umzusetzen.

Custom Passion

Kaum hat die hübsche SR 500 als Scrambler ihren Container verlassen, folgen auch schon die nächsten Projekte. Aktuell ist es eine Yamaha XS 1100, die sie zu einem leistungsstarken und dennoch  komfortablen Cruiser umgebaut haben – englisches Understatement á la Jaguar eben. Da darf eine Lackierung in British Racing Green natürlich nicht fehlen, ebenso Lenkerbänder aus Leder und der Tank einer amerikanischen XS 1100, der für eine schlankere Linie sorgt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich das Kollektiv an die Arbeit mit und für Kunden gewöhnt:

"Es ist interessant und auf eine andere Weise fordernd mit Ideen und der Inspiration des Kunden zu arbeiten und jedem Projekt zudem die eigene Handschrift zu verpassen."

Dabei ist für sie jeder Umbau ein echte Herzensangelegenheit. Mit ihrer Detailversessenheit versuchen sie Unikate zu schaffen, die ihren Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das mag zwar kitschig klingen, aber wer Wochen und Monate mit einer Maschine auf wenigen Quadratmetern in einem Container verbringt, der entwickelt einfach eine innige Bindung. So verwundert es kaum, dass ihnen so manch ein Abschied nicht ganz leicht fällt ‒ auch wenn das breite Grinsen zufriedener Auftraggeber für alle Mühen entlohnt.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
April 30, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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