Custombikes
March 10, 2017

Renard Speed Shop – BMW R90

Das Team vom Renard Speed Shop macht schon seit einigen Jahren mit abgefahrenen Umbauten von sich reden. Dabei ist die kleine Werkstatt in einem Land zuhause, das keinen großen Platz auf der Custombike-Landkarte einnimmt: Estland. Doch Exotenbonus wäre hier fehl am Platze. Ob Harley-1200-Scrambler, Ducati Vento 350 als Cafe Racer oder die allseits bekannte Renard GT – „eine krasse Mischung aus Guzzi Griso, Ducati Diavel und Stealth Bomber“ (Sven Wedemeyer, CRAFTRAD N°1) – ohne Superlative lassen sich ihre Bikes nur schwer beschreiben. Auf eine Marke oder einen konkreten Stil lassen sich Andres Uibomäe und Co. nicht beschränken. Gemacht wird, was gefällt und auf die Frage warum, antworten sie nonchalant mit: „Weil es geht!“

Weil es geht, haben die Tallinner dem wuchtigen Motor der BMW R90 auch keinen dicken Tank gegenübergestellt. Der überarbeitete und verschlankte Tank einer Moto Guzzi V7 Special trägt nicht nur zum Renard-Ziel bei, aus der Ausgangsbasis ein Factory-Racer zu hämmern, er fügt sich auch stimmiger ins Gesamtbild ein, dessen Silhouette mehr an Kompressor-Beemer erinnert, als an die meisten R90-Umbauten. Die remineszierenden weißen Zierstreifen ziehen sich auch ums Fiberglas-Heck, das ursprünglich an einer Aermacchi verbaut werden sollte und perfekt mit dem V7-Tank harmoniert. An gegenüberliegender Seite werkelt eine verkürzte Gabel einer alten tschechischen Motocross-Maschine und meistert den Racer-Look-Job mit Bravour.

Dem Motor wurde ein Update verpasst und ein paar Ansaugtröten spendiert, die sicherlich nicht nur Andres vorher so noch nicht gesehen hat und fragt sich zurecht, warum nicht eher jemand auf die Lösung gekommen ist. Auf das Credo „never change a running system“ pfiff man auch hinsichtlich Bremsanlage, dessen Arbeit nun ein Beringer-System verrichtet, das vorne wie hinten Borrani-Felgen zum Stehen bringt.

Eine schwarz-weiß-graue Tüte voller Highlights, bei der wir sicher nicht nach dem Warum fragen. Nur nach dem Wann.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
March 10, 2017
Autor: 
Oliver Schlegel
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