Motorrad
January 7, 2018

Snow Quake ‒ Eat my Ice!

Snow Quake, die Erste

Die spaßerprobten Jungs von Sideburn bitten in Kooperation mit Deus Milano zum allerersten Snow Quake für Custom Bikes in die italienischen Alpen. Zum Ice Rosa Ring führt nur eine einzige Straße – wer hier fährt, hat entweder Kamera oder Motorrad dabei. Noch ein paar Kurven sind wir endlich auf 1.300 Metern Höhe angekommen. Keine Sonne, der Monte Rosa ist im Weg. Und während die ersten Fahrer schon ihre Runden drehen, erkunden wir bei frostigen Minus 17 Grad das Gelände. 

Die Vorgaben seitens der Organisatoren an die rund 30 Teilnehmer sind klar: Gewünscht sind Starrrahmen, vintage Enduros und alles, was sich unter dem Begriff „inappropriate“ zusammenfassen lässt. Natürlich mit Spike-Puschen. So sehen wir unter anderem eine Harley WL mit Handschaltung und Fußkupplung – Chapeau an den Fahrer, Nick Ashley, für die Koordinationsleistung unter diesen Bedingungen. Außerdem tummeln sich neben etlichen Enduro-Umbauten ein Mofa, kaum zu bändigende Ducatis und die El Solitarios mit dem Big Bad Wolf auf der Strecke. Auch Marco Belli, Godfather des Flat Tracks in Europa, ist gekommen. Er tritt mit einer Yamaha XJR1300 an.  

Während man auf Dirt Tracks bekanntlich linksherum im Oval fährt, besticht der Ice Rosa Ring mit seinen 960 Metern Länge durch einige Höhenmeter und Links- sowie Rechtskurven. Schnell zeigt sich, dass vor allem die PS-Monster nur zaghaft rollen. Die Enduristen hingegen scheinen am Eis wie festgesaugt. Dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass die meisten Teilnehmer zum ersten Mal mit Spikes unterwegs sind. 

Wie die Tradition des Dirt Quake es so will, hat sich auch für das heutige Spektakel so mancher Fahrer in Schale geschmissen. Wer nicht fährt, wärmt sich im Auto auf. Dann wieder rein in die Rennkluft. Überhaupt zieht bei der Kälte jeder an, was noch zu finden ist – die Outfit-Frage ist überbewertet. Noch immer keine Sonne.

Gegen Mittag öffnet endlich das Deus Café, das zur allgemeinen Erheiterung Glühwein und Bier anbietet. Die Stimmung steigt kontinuierlich und pünktlich zu Rennbeginn sind die Zuschauer auf Hochtouren. Alle wärmen ihre kalten Füße unweit der kokelnden Feuertonnen und fachsimpeln dabei. Zur europäischen Fangemeinde gesellen sich Anwohner des nahen Dörfchens. Die Sonne scheint jetzt von innen. 

Gewonnen hat schlussendlich ein Jungspund aus England namens George Pickering. Flat-Track-erfahren, so lassen wir uns belehren. Auch ins Ziel geschafft haben es Marco Belli, Giovanni Bussei, seines Zeichens Endurance WM-Fahrer, und David Borras auf seiner Triumph „Sal del Diablo“. Dem großen bösen Wolf hingegen war es wohl zu kalt. 

Von der Siegerehrung auf den drei selbstgebauten Eistreppchen bekommen die meisten nichts mehr mit. Karre an, Sitzheizung aufgedreht, man trifft ohnehin alle später zur Party. Wer noch immer nicht genug von der Eispiste hat, schmeißt erneut das Zweirad an und zieht vergnügt mit dem Snowboard übers Gelände. Wir steigen in unser gelbes Postmobil und nehmen uns fest vor, auch mal mit Spikes übers Land zu fegen. 

"Wie Bambi auf dem Eis …" Das Interview mit Mitorganisator Gary Inman vom Sideburn Magazine steht in Craftrad N° 3. Die Ausgabe kannst du hier bestellen.

Infos und Anmeldemöglichkeiten findet ihr hier

Journal
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Veröffentlicht am: 
January 7, 2018
Autor: 
Redaktion
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