Kunst & Kultur
February 1, 2018

Cinemoto: Stone ‒ Hart wie Stein

Profikiller, Bikergang und mittendrin Detective Stone

Eine Gang satanistischer Motorradhippies stört eine politische Veranstaltung. Ein Profikiller erschießt den Redner und einer der Biker wird im LSD-Rausch zum Zeugen. Daraufhin beginnt der Mörder wahllos Mitglieder der Clique umzubringen, wobei er möglichst abwechslungsreich und brutal vorgeht.

Die eigentliche Story besteht darin, dass Detective Stone, ein bubihafter Undercoverpolizist, zum Jäger des Killers wird. Dazu fragt er bei Undertaker, dem Chef der Motorrad-Gang, an, ob er vielleicht mitfahren darf. Man kloppt sich ein bisschen, Stone kann den nächsten Anschlag verhindern, und schon stimmt die Mehrheit der gewalttätigen, kriminellen und drogensüchtigen Biker dafür, den Bullen mitmachen zu lassen.

Dramaturgie, Szenenaufbau und Logik von Stone bewegen sich auf dem Level eines ambitionierten Amateurfilms, was sich bis in die deutsche Synchronisation fortsetzt. Profis und Laien chargieren fröhlich bis ernsthaft vor sich hin. Ein cineastisches Highlight ist der Low-Budget-Streifen nicht – ein Kultfilm jedoch schon. Aber warum?

Stones Freundin und deren Freunde sind tennisspielende Klischeeyuppies, die man sofort vergisst. Ganz im Gegensatz zu den Bikern. Als sie Stone vorwerfen, sie wie Tiere von oben herab zu betrachten, bejaht er, wie selbstverständlich. Als vorbildlicher Polizist lehnt er den angebotenen Joint ab, trinkt nicht einmal ein Bier mit, weil er sich „gerade organisch ernährt“ und mischt sich ein, als die Biker ein schwules Pärchen belästigen.  

Als die Rocker den international gesuchten Profikiller fangen und lynchen wollen, verteidigt Stone ihn mit vorgehaltener Waffe, so politisch korrekt, als hätte das Drehbuch sein Vorgesetzter geschrieben. Respekt bekommt er, weil er gut prügeln kann und in einem illegalen Rennen beinahe den besten Fahrer der Gruppe schlägt. Viele von ihnen fahren die legendäre Kawasaki Z 900. Stone bekommt die japanische Maschine in einer Werkstatt – als Dienstfahrzeug oder auf Eigeninitiative, das bleibt unklar.

Dr. Death, Stinkfinger, Zonk und Septic sind Namen von Mitgliedern der Clique. Die Frauen wie Tart, 69 und Pinball dürfen immerhin selbst entscheiden, wessen Eigentum sie sind, bleiben aber ansonsten Dekoration und halten die Klappe.

Sandy Harbutt, Produzent und Regisseur seines einzigen Films, spielt den Anführer der Gravediggers mit Wallemähne und unangefochtener Alphaposition. Das Satan-meets-Hakenkreuz-meets-Hippiekommune-Image der Gruppe ist so schwammig wie verschwurbelt.

Außer, dass man immer denkt, alle wären Geisterfahrer, hat der Streifen nichts spezifisch Australisches. Also – warum zur Hölle war Stone ein Kassenschlager und wird noch heute als Meilenstein gehandelt?

Vielleicht, weil er – auf der Welle seiner amerikanischen Vorbilder – der erste Motorradfilm Australiens war. Oder vielleicht weil der Protagonist ein direkter Vorläufer von Mel Gibson in Mad Max ist.

Der extrem erfolgreiche Mad-Max-Film perfektionierte das Grunderzählprinzip von Stone: Nimm ein paar dumpfbackige Underdogs, die sich all die Freiheiten erlauben, von denen der Kinozuschauer nur träumt, und begegne ihnen mit Ehrlichkeit und Herz. Der Zuschauer kann sich – genau wie Detective Stone – angewidert distanzieren. Und sie heimlich lieben.

Eine Filmbesprechung von Thomas Frick

 

In einer Stadt, die nicht nur von einer extrem begrenzten Wohnraumsituation, sondern auch horrenden Mietpreisen geprägt ist, gestaltet sich die Suche nach einer geeigneten Bleibe zu einer wahren Odyssee. Nach gut zwei Jahren permanenter Ortswechsel, finden sie im Februar 2017 das richtige Objekt. Das Container Collectiv am Ostbahnhof hält einen alten Schiffscontainer bereit, der noch auf neue Mieter wartet. Hier, inmitten von Künstler-Ateliers Bars und Cafés, scheint endlich die richtige Umgebung für das kreative Schaffen am geliebten Zweirad gefunden. Der Platz in der neuen Werkstatt ist zwar extrem begrenzt und auch der komplette Neuaufbau einer Maschine für einen Kunden fordert ihnen einiges ab, dennoch schaffen es die Jungs ihren ersten Auftrag zufriedenstellend in die Tat umzusetzen.

Custom Passion

Kaum hat die hübsche SR 500 als Scrambler ihren Container verlassen, folgen auch schon die nächsten Projekte. Aktuell ist es eine Yamaha XS 1100, die sie zu einem leistungsstarken und dennoch  komfortablen Cruiser umgebaut haben – englisches Understatement á la Jaguar eben. Da darf eine Lackierung in British Racing Green natürlich nicht fehlen, ebenso Lenkerbänder aus Leder und der Tank einer amerikanischen XS 1100, der für eine schlankere Linie sorgt.

Im dritten Jahr ihres Bestehens hat sich das Kollektiv an die Arbeit mit und für Kunden gewöhnt:

"Es ist interessant und auf eine andere Weise fordernd mit Ideen und der Inspiration des Kunden zu arbeiten und jedem Projekt zudem die eigene Handschrift zu verpassen."

Dabei ist für sie jeder Umbau ein echte Herzensangelegenheit. Mit ihrer Detailversessenheit versuchen sie Unikate zu schaffen, die ihren Kunden ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das mag zwar kitschig klingen, aber wer Wochen und Monate mit einer Maschine auf wenigen Quadratmetern in einem Container verbringt, der entwickelt einfach eine innige Bindung. So verwundert es kaum, dass ihnen so manch ein Abschied nicht ganz leicht fällt ‒ auch wenn das breite Grinsen zufriedener Auftraggeber für alle Mühen entlohnt.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

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Info & Credit
Veröffentlicht am: 
February 1, 2018
Autor: 
Redaktion
Fotos: 
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