Custombikes
November 22, 2016

Wedge Motorcycle – BMW G 310 R

Die G 310 R ist eines der neuesten Pferde im BMW-Motorrad-Stall und soll die Münchner Lösung für Großstadtgewimmel und ein zugeparktes Stadtbild sein - und nirgends ist der Straßenverkehr so nervenaufreibend, wie in der 9,3 Millionen Einwohner fassenden Metropole im Osten der japanischen Hauptinsel Honshū. Dahin wurde jüngst der urbane Flitzer verschifft und in die Hände der lokalen Customizer-Größe Wedge Motorcycle gegeben, mit der Ansage: „Hier, mach mal!“

Vollständige kreative Kontrolle mag für manche einem Traum gleichen – Takashi Nihira, der den Wedge-Shop 2009 eröffnete und bereits 2014 den in Japan hochdekorierten Custombike-Award „Best of Domestic“ abräumte, verspürte Druck und musste sich selber Grenzen setzen. Fehlendes Geleit, keine Vorgaben und konkrete Ideen des Auftraggebers neigt zur Extravaganz und das war nicht erklärtes Ziel. Takashis Prämisse: Wenn es nicht zum Fahrer passt, ist es bedeutungslos – selbst wenn das Bike für sich stehend großartig aussieht. Außerdem sollte es nicht den Eindruck erwecken, als hätte sich jemand an dem 313ccm-Roadster kaputt-customized.

Dieselbe DNA, andere Richtung: Aus dem Roadster ist ein Tracker geschlüpft, zurückhaltend designt, als wäre die Maschine so vom Band gelaufen. Die BMW-Identität in Form des Rahmens wurde bewahrt und sich stattdessen am Heck ausgetobt. Wedge-Eigenkreation ist der Subframe, die Schwinge und das überarbeitete Fahrwerk. Den Stoßdämpfer hat Takashi Nihira direkt unter dem Tank neu positioniert. Die Aussparung des Tanks hebt den Kniff nicht nur hervor, die Verschlankung sorgt für die gewisse Grazie, die die Ausgangsbasis vermissen lässt, derweil der hochgezogene Custom-Auspuff die Tracker-Idee unterstützt. Von dem unansehnlichen Insektenkopf-Frontlicht wurde sich verabschiedet und eine Startnummernplatte mit reminiszierender „310“ draufgepappt. Fertig ist die gelungene Roadster-to-Tracker-Transformation mit japanischem Gütesiegel, an der lediglich der seitlich angebrachte Kühler befremdlich wirkt. Der Anfangsstress war unbegründet.

Gelb, rot und schwarz stehen bei der Anschaffung zur Debatte, sowie etwas über 4.000 Euro. Nicht wenig Geld für den kleinmotorigen Flitzer, aber ausgerüstet mit Taucherbrille und Badehandtuch ist man damit der King an jedem Badeteich.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
November 22, 2016
Autor: 
Oliver Schlegel
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