Custombikes
August 8, 2018

Wreckless Motorcycles – The Scrambled Duke

1970 Ducati 350 Scrambler

The Scrambled Duke

Richard Geall von Wreckless Motorcycles wünscht sich neue Motocross-Maschinen von Ducati, doch ob seine Träume je in Erfüllung gehen werden, bleibt fraglich. Schließlich hat sich der italienische Hersteller erst 2014 wieder in altes Terrain zurück gewagt und mit seiner Scrambler-Reihe spannende neue Produkte präsentiert. Wieso also noch weiter gehen und in den hart umkämpften Motocross-Markt einsteigen?

Doch Richard hat eine Idee, wie sein Traum dennoch Wirklichkeit werden kann – und das richtige Basismodell für eine Eigeninterpretation, eine Mischung aus alt und neu, ein Restomod, basierend auf einer Ducati 350 Scrambler von 1970. Aus ihr soll ein echtes Performance-Bike werden, das den Charme früher Offroad-Maschinen beibehält und um die Leistung moderner Teile erweitert. Schwarz und Gelb müssen die dominierenden Farben bleiben, wie früher, das ist von Anfang an klar. Der Rest ist frei nach Gefühl.

Um aus dem alten Motorrad einen anständigen Crosser zu bauen, muss nicht nur abgespeckt werden. Auch am Fahrwerk wird weitreichend optimiert. Inspiration dafür holt er sich bei KTM und so gibt es Gabelbeine von WP und neue Felgen von SM Pro. Nun wird der Rahmen modifiziert und gekürzt, sowie der Radstand um 40 Millimeter verlängert. Auf diese Weise entsteht die gewünschte, weniger gedrungene Optik, die durch das kurze Heckschutzblech allerdings gleich wieder über Bord geworfen wird. Viele Anpassungen sind nötig, damit die neuen Teile mit dem alten Rahmen harmonieren. Fastec Racing fertigt neue Gabelbrücken, die die Federbeinen an Ort und Stelle halten. Am Hinterrad kommen ebenfalls neue Federelemente zum Einsatz. Zwei Dämpfer von Öhlins liefern satte 340 Millimeter Federweg.

Der Einzylinder mit DellOrto Vergaser und Königswelle (jetzt mit wunderschönem Schauglas) liefert serienmäßig aus 350 Kubik 24 PS. Damit die voll abgerufen werden können, werden Getriebe und Motor komplett überholt. Das Getriebe bekommt eine neue Lagerung, die Ventile werden neu eingeschliffen, die Kolben überarbeitet und die Nockenwelle überholt. Den Vergaser lässt er außerdem ultraschallreinigen und aufarbeiten. Den handgefertigten Krümmer zieht er am Rahmen entlang und veredelt ihn mit einem Endtopf von Akrapovič. Keine Schraube blieb unberührt, so Richard.

Während das Vorderrad ein neues Bremssystem von Beringer bekommt , bleibt das Hinterrad schlicht, clean und ungebremst. Damit wird zwar die Straßenzulassung schwierig, aber für Richard ist es wichtiger, die schöne Speichenfelge hervorzuheben, als sie durch eine Trommel-oder Scheibenbremse zu „verunstalten” – Geschmackssache mit ungewöhnlichen Prioritäten!

Lenker und Griffe kommen von Renthal, das Tacho von Daytona und die Lenkerendenblinker von Rizoma. Zum Schluss wird die neue, längere und vor allem gerade Sitzbank aufgepolstert und mit Leder überzogen.

Auch wenn Richard mit The Scrambled Duke das Rad nicht neu erfunden hat, so ist seine Ducati doch ein echter Hingucker geworden und eine gelungene Verbindungen aus modernen Komponenten und dem Charme eines Oldtimers. Ein echter Restomod eben, wenngleich die Performance im Gelände ohne Hinterradbremse eher fraglich bleibt.

Journal
Info & Credit
Veröffentlicht am: 
August 8, 2018
Autor: 
Moritz Weinstock
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