Louis Presse Event – Schweiz

Keine Umbauten, keine außergewöhnlichen Einteiler, kein Schnickschnack, sondern einfach nur Motorrad fahren in seiner unschuldigsten Form. Die Customizing-Szene wächst und je weiter das Zweirad in Sphären einer individualisierten Ausdrucksform vordringt, desto größer wird die Community mit Hang zur Umgestaltung von Mensch und Maschine. Doch daneben existieren immer auch die arrivierten Zweiradliebhaber, die eine serienreife 1200 GS generell jeden Umbau mit der Kettensäge vorziehen. In die Kurve legen? ‒ ja, aber bei kalkulierbarem Risiko.

Vor kurzem hatten wir die Gelegenheit auf solider Handelsware von BMW durch die Kulissen eines Heimatfilms aus den 50er-Jahren zu fahren – tatsächlich war es die Schweiz. Mit Presse-Kollegen und eingepackt in schnörkelloser Funktionskleidung von Louis, ging es im gut dosierten Tempo über malerische Alpenpässe. Rational statt radikal. Auch optisch dominiert schwarz in all seinen Facetten. Nicht nur die Bikes sind eher unauffällig, auch die obligatorische Schutzschicht aus Stoff und Leder zelebriert Understatement auf jeder Naht. Die Maxime ist klar formuliert: Genuss der einmaligen Landschaft und keine Experimente. Blicke vom Straßenrand spielen keine Hauptrolle; da schon eher die Garantie des Herstellers und das gute Gefühl, die nächste Serpentine mit Kurven-ABS abspulen zu können. Die Essenz des Motorradfahrens ist da reine Definitionsfrage. Und Ansichtssache. Für manche ist es ein möglichst reduziertes Bike, das von allem überflüssigen elektronischen und mechanischen Dekor befreit ist. Für andere liegt der Fokus auf Funktionalität. Auch Bequemlichkeit ist ein bestimmender Faktor, denn komfortabler und zuverlässiger ist man meistens mit der unverbastelten Großserie unterwegs.

Dennoch hat die Strahlkraft der Custom-Bewegung längst auch Akteure erreicht, die Produkte für den breitesten Konsens anbieten. Handelshäuser wie die Louis Motorrad-Vertriebsgesellschaft haben mit der Präsenz am Glemseck und auf dem Cafe Racer Festival reagiert. Nicht zuletzt zeugt das Engagement des Hamburger Unternehmens in die Herstellung eines Showbikes im Jahresrhythmus von dieser Rückwirkung. Das heißt in letzter Konsequenz nicht, dass sich Branchengrößen mit beträchtlichem Warensortiment zu Customizern wandeln. Aber es ist auch kein reines Marketing, sondern vielmehr eine Neujustierung der sogenannten Mitte.

Text: Henry Kerinnes
Bilder: Detlev Louis Motorrad-Vertriebsgesellschaft

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