Thrive Motorcycle – Kuzuri Chopper

Custom-Schmieden sprießen in Indonesien aus dem Boden wie hierzulande Pilze an feuchten Regentagen. Die Bewohner der tausenden von Inseln lieben ihre motorisierten Zweiräder, doch was manch einem Touristen als lärmende und stinkende Zweitakt-Schleudern in Erinnerung bleibt, hat mit der ansässigen Schrauber-Szene nicht mehr viel gemein. Yamahas, Royal Enfields und Harleys werden mittlerweile auseinandergenommen und in bester Handwerkskunst neu zusammengeschraubt, veredelt oder gleich völlig neu interpretiert.

Thrive Motorcycle ist genau so eine Custom-Werkstatt. Mit ihren ungewöhnlichen Yamaha-Umbauten haben sie schon vor einiger Zeit für Aufsehen gesorgt. Jetzt steht ihr neuestes Projekt auf Rädern und könnte schlichter kaum sein. Die Schrauber aus Jakarta haben sich diesmal rund um den Motor einer XL1200 Sportster aus dem Jahr 2000 ausgetobt und ein ansehnliches Bike geschaffen.

Als die Idee vor zwei Jahren ihren Anfang nahm, war sehr schnell klar, dass sie einen Chopper bauen würden. Beeinflusst durch Workshops in Japan und der dortigen Yokohama Hot Rod Custom Show, wollten sie etwas zeitloses, klassisches schaffen. Den starren Rahmen bekamen sie aus der Brodonolo Custom Garage in Java. Rund um dieses schlichte Grundgerüst entstand dann Stück für Stück ihr Kuzuri.

Für ein stimmiges Gesamtbild hat Thrive unter der hauseigenen Marke T/H/R/V viele Teile selbst angefertigt. Von Schaltwippe über Fußrasten bis hin zu einer winzigen Auspuffplatte wurde neu konzipiert. Auf diese Weise entstand ein ganz eigener Look, der sich in allen Details widerspiegelt. Auch Tank, Heck, Scheinwerferverkleidung und Öl-Tank sind eigens von Thrive entworfen und passend zum dunkelblauen Rahmen in saphirblau und silber lackiert.

Clean und edel wirkt ihr Umbau, denn auch der Bowdenzug wurde (wie auch die Elektrik) versteckt und durch den Rahmen gezogen. Die fehlende Vorderradbremse passt dabei zu ihrem Anspruch, einen klassischen Chopper bauen zu wollen – schön, aber auf den viel befahrenen Straßen Indonesiens vielleicht nicht die beste Idee.

Ein wahres Sahnestück des Bikes ist die filigran eingefügte Rückleuchte unterhalb des Hecks, die gleichzeitig auch als Schutzblech dient. Eine elegante Lösung und ebenso einfallsreich wie die Skateboard-Rolle, die als Kettenspanner dient. Das 21 Zoll große Vorderrad mit Avon Speedmaster Bereifung und ein 18″ Hinterrad mit Classic Firestone Reifen machen den Kuzuri schlussendlich zu einem waschechten Chopper.

Text: Moritz Weinstock

Bilder: Thrive Motorcycle

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