Torque to Strangers – Bikeless Tourists

Magadan, die Stadt am Ende der Road of Bones, ist ein Dead End. Wer hier ankommt, hat nur zwei Möglichkeiten. Entweder umkehren und sich die tausenden von kräftezehrenden Kilometer durch die sibirische Steppe zurück bahnen oder die Bikes auf einen Frachter verladen und Tourist spielen – Thies und Momme spielen Tourist.

Gesagt, getan. Nach Monaten des täglichen Motorradfahrens heißt es für sie nun erstmal Lebewohl sagen, die treuen KTMs in einen Container verladen und nach Wladiwostok schicken. Sie selbst werden bald folgen – wenngleich auf etwas anderem Wege.

Als sich der immerwährende Nebel in der Hafenstadt Magadan verzieht und die Untergangsstimmung langsam der Sonne weicht, ziehen die beiden bikelosen Ritter ohne fahrbaren Untersatz los, um die „kleine“ 100.000 Einwohner Stadt am ochotskischen Meer zu erkunden. Als ehemals bedeutender Militärhafen und umgeben von Goldminen und einer florierenden Fischfangindustrie, fehlt es der Stadt nicht an Geld. Doch der nicht sonderlich einladend wirkende Vergnügungspark zeugt auch hier von besseren Zeiten.

Nach gut einer Woche Sightseeing und Shopping, sowie der Tatsache, dass hier trotz Meerzugang nicht gut plantschen ist, zieht es die Beiden weiter. Der billigste Flug befördert sie nach Petropawlowsk-Kamtschatski, der Hauptstadt Kamtschatkas und somit ein Stückchen weiter Richtung Japan. Nach weiteren ereignislosen Tagen auf der vorgelagerten Halbinsel heißt es dann endlich: Reunion mit den KTMs in Wladiwostok.

Doch obwohl die Sonne scheint, die Temperaturen weit milder sind als noch im weiten Osten, und auch die russische Version San Franciscos samt Golden-Gate-Bridge-Replik (Gold Bridge) nicht zu enttäuschen weiß, stehen die Sterne schlecht. Das Containerschiff ist mit Verspätung aus Magadan aufgebrochen, die Bikes sind noch unterwegs.

Also heißt es erneut warten und erstmal Hostels testen. Die Auswahl ist so groß, dass Thies und Momme gleich mehrmals den Wohnort wechseln. Der futuristische Look einer ihrer Unterkünfte, steht dabei im krassen Kontrast zu dem tristen Grau sowjetischer Militärmaschinerie im Hafen.

Wer nicht eingezogen werden will, steigt auf die Fähre. Konnichiwa ist das neue Dobryj Djen; Die Jungs wollen weiter.

 

Fortsetzung hier oder auf Torque to Strangers

Text: Moritz Weinstock

Fotos: Torque to Strangers

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